For All Mankind – Staffel 1: Großartige Idee, zähe Umsetzung
Was wäre, wenn nicht die USA, sondern die Sowjetunion als Erste den Mond betreten hätte? For All Mankind spinnt diese alternative Zeitlinie konsequent weiter – und das mit einem spannenden Kniff: Um im Wettlauf um Gleichberechtigung nicht erneut ins Hintertreffen zu geraten, setzt die NASA plötzlich auf Frauen. In den konservativen 70ern sorgt das für Reibung, Konflikte und überraschende Wendungen. Die Serie zeigt eindrucksvoll, wie schwer sich das Establishment mit weiblicher Kompetenz tut – und wie hart erkämpft der Weg zur ersten Frau auf dem Mond ist.
Die Idee ist stark, das Setting glaubwürdig, und viele Szenen sind emotional packend. Doch so sehr mich das Konzept begeistert hat, so sehr hat mich die Umsetzung phasenweise ermüdet. Gerade die ersten sieben Folgen ziehen sich wie Kaugummi – viele Szenen wirken doppelt erzählt, manche Konflikte unnötig gestreckt. Die Handlung auf dem Mond, eigentlich das Herzstück der Serie, kommt erst in den letzten beiden Episoden wirklich in Fahrt. Schade, denn das Potenzial für Spannung und Dramatik ist da – es wird nur zu spät ausgespielt.
Schauspielerisch gibt es nichts zu meckern: Das Ensemble liefert durchweg starke Leistungen ab. Leider gehen viele dieser Momente in der zähen Erzählweise unter. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen.
Fazit: For All Mankind hat enormes Potenzial – und verschenkt in Staffel 1 viel davon. Trotzdem bleibe ich dran: Die Idee ist zu gut, um sie nach einer durchwachsenen ersten Staffel aufzugeben. Ob die Serie in der nächsten Season ihr Tempo findet und das Versprechen ihrer Prämisse einlöst? Das erfahrt ihr natürlich hier auf meinem Blog.
Wenn ihr alternative Zeitlinien mögt, die sich realistisch anfühlen, seid ihr hier genau richtig. Ob ihr dranbleiben solltet? Das wird sich zeigen.

