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Zwischen Bomben, Legaten und Dinky: Fallout Season 2 liefert ab

Mit großer Spannung habe ich diese zweite Staffel erwartet – und wurde nicht enttĂ€uscht. Die Charaktere bleiben stark geschrieben, allen voran Lucy und der Ghoul, die weiterhin ein großartiges Team der GegensĂ€tze bilden. Mal Herz, mal KalkĂŒl, mal Zweckgemeinschaft, mal fast so etwas wie Vertrauen – wer hier wen benutzt, bleibt herrlich offen.

Ein echtes Highlight ist der Auftritt von Macaulay Culkin als römischer LegionĂ€r Lacerta Legate in der Caesar’s Legion. Generell gibt es wieder reichlich Fanservice, ohne dass es sich anbiedernd anfĂŒhlt. Besonders schön: Wir bekommen endlich zu sehen, wie die ikonische WĂ€hrung der Kronkorken – die Nuka‑Cola Caps – eigentlich hergestellt wird.

Und dann gibt es diese eine Szene, die Fallout‑Fans sofort abholt: eine ScharfschĂŒtzen‑Sequenz in New Vegas, die stark an das ikonische Intro erinnert, in dem ein Ranger ein Mitglied der Fiends ausschaltet. Die Serie zitiert diesen Moment nicht nur – sie zelebriert ihn. Dazu passt perfekt der Besuch in Novac, inklusive des berĂŒhmten Dinky‑Dinosauriers, der im Spiel als ScharfschĂŒtzenposten eine wichtige Rolle spielt. Lucy und der Ghoul durch diese Kulisse laufen zu sehen, fĂŒhlt sich an wie ein liebevoller Gruß an alle, die unzĂ€hlige Stunden im Mojave verbracht haben.

Neu in dieser Staffel ist der starke Fokus auf die Vergangenheit. Die RĂŒckblenden fĂŒhren uns tief in die 2070er Jahre, direkt vor den großen Atomkrieg von 2077. Wir erleben Cooper Howard erneut als sein menschliches Ich, wie er immer tiefer in die manipulativen PlĂ€ne von Vault‑Tec hineingezogen wird. Seine Frau Barb, hochrangige Vault‑Tec‑Managerin, entpuppt sich als treibende Kraft hinter dem perfiden Investorenprojekt, das den Krieg nicht verhindern, sondern als GeschĂ€ftsmodell nutzen soll. Dazu kommen neue Vorkriegsfiguren wie der letzte US‑PrĂ€sident mit deutlichen Enklave‑Verbindungen, Robert House in seiner RobCo‑Ära und Dr. Siggi Wilzig, dessen wissenschaftliche Vergangenheit dunkler ist, als man dachte. Die Serie macht klar: Vault‑Tec und die Enklave haben die Bomben nicht nur kommen sehen – sie haben aktiv daran mitgewirkt, um ihre „Bud’s Buds“-Supermanager‑PlĂ€ne umzusetzen.

Parallel dazu baut die Staffel das Fraktionsgeflecht im Ödland massiv aus. Die Enklave etabliert sich als der große Big Bad im Hintergrund, wĂ€hrend die StĂ€hlerne Bruderschaft – verstĂ€rkt durch das Commonwealth‑Chapter – ehrgeizige Ziele verfolgt, inklusive der möglichen Nutzung von Liberty Prime. Die Caesar’s Legion marschiert mit neuer HĂ€rte durch die Mojave, angefĂŒhrt von einem frischen Legaten, wĂ€hrend die Überreste der NCR trotz des Falls von Shady Sands ums Überleben kĂ€mpfen. Mr. House ist wieder aktiv, kontrolliert seine Securitrons und mischt im Machtkampf um New Vegas krĂ€ftig mit. Und natĂŒrlich ziehen die Bud’s‑Buds‑Vaults weiter im Hintergrund die FĂ€den. Kleine Gruppen wie die Great Khans oder The Kings tauchen ebenfalls auf und erweitern das GefĂŒhl einer lebendigen Mojave‑Region.

Trotz der Vielzahl an Fraktionen gelingt der Serie der Spagat: Jede Gruppierung bekommt ihren Moment, wird sinnvoll in die Handlung eingebettet und ein StĂŒck weitergefĂŒhrt. Und ja – es gibt eine Post‑Credit‑Szene der StĂ€hlernen Faust, die fĂŒr Season 3 sehr wichtig werden könnte.

Fazit:
Wow. Das muss man gesehen haben. Tolle Kulissen, eine starke Story, unglaublich viel Liebe zum Detail und eine Welt, die grĂ¶ĂŸer wirkt als je zuvor. Wer auf Endzeit steht, kommt hier nicht vorbei.

Bewertung: 4.5 von 5.

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