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Filme

Predator: Badlands – Zwischen Clan-Ehre, Androiden-Drama und Monsterfamilie

Ich liebe das Predator-Franchise. Und ich freue mich riesig auf die kommende Zusammenführung der drei großen Sci-Fi-Welten: Predator, Alien und Blade Runner. Klar war: Dieses neue Kapitel kann das Gefühl des ersten Predator nicht replizieren – und das ist auch gut so. Denn denselben Film in neuen Kleidern zu sehen, wäre langweilig. Badlands versucht etwas anderes. Und das gelingt ihm überraschend oft.

Mehr Yautja, mehr Spezies, mehr System

Der Film zeigt uns mehr von der Kultur der Yautja – ihrem Clan-Denken, ihren Prüfungen, ihrer brutalen Hierarchie. Wie in der neuen Alien-Serie Alien Earth werden hier viele neue Spezies eingeführt, die allesamt gefährlich, bizarr und faszinierend sind. Das erweitert das Universum sinnvoll und zeigt, dass das Grauen nicht nur aus Altbekanntem bestehen muss.

Der Kampf „Predator-Bruder gegen Predator-Bruder“ ist ein Highlight. Der Vater, der nur die Starken im Clan duldet – top. Die Aufgabe, auf einem extrem gefährlichen Planeten etwas Großartiges zu jagen – Wahnsinn. Und dann ist da noch der Androide von Weyland-Yutani: Er läuft nicht Amok, sondern erfüllt eine neue, emotionale Funktion. Nervig? Ja. Aber auf die gute Art.

Checkov’s Gun, Gore und Gruppendynamik

Was hier besonders gut funktioniert: Jedes Monster, jede Bedrohung hat später eine Funktion. Nichts bleibt nur Kulisse. Der Gore-Faktor ist hoch, aber nie plump – eher stilisiert und dramaturgisch eingebettet.

Die Story ist glaubwürdig: Ein junger Yautja, körperlich unterlegen, muss sich beweisen. Er entdeckt neue Emotionen – Freundschaft, Loyalität – und wird nicht nur Teil eines Clans, sondern zum Alpha-Wolf. Die Frage „Wer ist hier eigentlich das Monster?“ stellt sich mehrfach. Und ja, ein paar Plot-Twists gibt’s auch.

Zwischendurch blitzt sogar Buddy-Comedy auf – zwischen dem Predator und dem Androiden. Das funktioniert besser, als es klingt.

Kritikpunkte: Baby-Monster & Androiden-Logik

Aber nicht alles sitzt. Ein Baby-Monster, das die Gruppe unterstützt? Hm. Hundert Androiden, die mit einem Predator nicht klarkommen? Da war man wohl etwas zu mutig. Diese Elemente wirken wie Fan-Service oder Merchandise-Vorlagen – und brechen den ansonsten stimmigen Ton.

Fazit

Predator: Badlands erweitert das Universum klug und visuell stark. Es ist kein Reboot, sondern ein Perspektivwechsel. Wer gute Action, neue Ideen, eine gefährliche Welt und eine stimmige Inszenierung sucht, ist hier gut aufgehoben. Nur das kleine Monster bleibt ein Haken – aber einer, den man verschmerzen kann.

Bewertung: 4 von 5.

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