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ACHTUNG SPOILER: The Boys Season 5 Finale zerlegt – warum der Homelander-Tod krass ist, aber komplett enttäuscht

Ich bin mit nicht allzu hohen Erwartungen in Season 5 von The Boys reingegangen. Wenn man die ersten drei Staffeln gesehen hat, hat man gefühlt schon die meisten Highlights mitgenommen. Ab Season 3 dreht sich vieles nur noch im Kreis – alles läuft auf den großen Showdown hinaus… der jetzt in Season 5 endlich kommt.

Groß bitte direkt in Anführungszeichen, denn so groß war er am Ende leider nicht.


Story & Figuren – stark, aber im Kreis

Im Kern begleitet man wieder den Widerstand rund um Hughie Campbell, der weiterhin der moralische Kompass ist und bis zum Schluss versucht, irgendeine humane Lösung zu finden.

Starlight geht diesmal komplett in die Offensive und führt einen offenen Widerstand gegen Homelander an, während Mother’s Milk versucht, das Ganze strategisch irgendwie zusammenzuhalten, ohne komplett seine Menschlichkeit zu verlieren.

Mit Kimiko hast du wieder diese stille, brutale Waffe – die aber diesmal im Finale eine entscheidende Rolle bekommt. Und Frenchie liefert wie immer die technischen Lösungen – mit einer Idee, die eigentlich alles entscheiden sollte: das Supe-Virus.

Das Problem: Genau diese ganzen Ansätze verlaufen immer wieder im Kreis. Es gibt Filler (vor allem rund um Soldier Boy, der klar fürs Spin-off vorbereitet wird), die Figuren aus Gen V werden eingeladen, wirken kurz relevant – und verschwinden dann wieder komplett.

Story ist also nicht schlecht… aber fühlt sich oft wie Aufwärmen an, statt wie echtes Vorankommen.


Antagonisten – stark aufgebaut…

Auf der Gegenseite steht Homelander auf absolutem Peak – politisch, psychologisch und machttechnisch. Er kontrolliert die Regierung, baut seinen Gottkomplex weiter aus und spielt offen mit religiösen Symboliken.

Ein entscheidender Punkt ist hier:
Er spritzt sich die Substanz V1 – eine weiterentwickelte, reinere Version von Compound V, ursprünglich basierend auf Soldier Boy.

👉 Ergebnis:

  • Er altert nicht mehr → biologisch unsterblich
  • Er wird immun gegen das Supe-Virus
  • Er ist damit praktisch unantastbar

Und genau das killt erstmal die komplette Hoffnung der Boys, weil Frenchies größte Waffe damit einfach wertlos wird.

Dazu kommen Figuren wie Sister Sage, die im Hintergrund alles lenkt, The Deep als treuer Mitläufer und Firecracker, die Homelanders Ideologie unter die Leute bringt.

Alles super aufgebaut – aber…


…und dann nicht konsequent ausgespielt

Das eigentliche Problem ist nicht die Idee, sondern die Umsetzung im Finale.

Denn theoretisch gab es mehrere Wege, Homelander zu stoppen:

  • Das Supe-Virus → durch V1 komplett nutzlos
  • Soldier Boys Strahl, der Kräfte „wegbrennen“ kann → zu instabil, deshalb versucht man, das Ganze zu replizieren
  • Ryan, sein Sohn → eigentlich stark genug für ein 1v1, aber reicht am Ende nur, um ihn überhaupt festzuhalten

Und hier kommt Kimiko ins Spiel.


Das Finale – gute Idee, schwache Umsetzung

Die finale Lösung ist eigentlich ziemlich clever:

Die Boys schaffen es, die Energie von Soldier Boys nuklearer Fähigkeit zu reproduzieren – und übertragen sie auf Kimiko.

Im finalen Kampf – ja, im Oval Office, was eigentlich riesig hätte werden können – schaffen es Butcher und Ryan, Homelander am Boden zu fixieren.

Dann passiert der entscheidende Moment:
Kimiko entfesselt eine radioaktive Energiewelle…

👉 und brennt damit V1 und Compound V komplett aus Homelanders Körper raus.

Plötzlich ist er nur noch ein Mensch.

Keine Kräfte. Keine Unsterblichkeit. Nichts.

Und genau hier kommt einer der stärksten Momente der ganzen Serie:
Homelander – dieser „Gott“ – liegt am Boden und fleht zum ersten Mal um Gnade. Live im Fernsehen.


Und dann kommt Butcher…

Billy Butcher, der sowieso schon die ganze Staffel über immer mehr zur Bedrohung geworden ist, zieht das Ding durch.

Keine große Rede. Keine Zweifel.

Er nutzt die Situation und rammt Homelander einfach eine Klinge (bzw. einen Dietrich) durch den Kopf.

Ende.


Warum sich das trotzdem nicht gut anfühlt

Und jetzt kommt genau dein Punkt – warum das Ganze trotz guter Ideen nicht funktioniert:

👉 Es ist alles viel zu schnell.

Das Konzept dahinter ist stark:

  • Entmachtung statt „größerer Explosion“
  • Menschlicher Moment statt Superkampf
  • Moralische Konsequenzen durch Butcher

Aber:

  • Der Kampf selbst ist zu klein inszeniert
  • Die Kräfte wirken plötzlich inkonsistent (mal unaufhaltsam, mal komplett schwach)
  • Ryan könnte viel mehr beitragen, tut es aber kaum
  • Der ganze Aufbau rund um Virus, V1 und Soldier Boy wird im Finale einfach schnell abgearbeitet

Und das größte Problem:
Diese Entscheidung – alle Supes auszulöschen oder nicht – wird nur angerissen.

Das hätte eine komplette Episode tragen können.


Fazit

Und genau deshalb bleibt ein komisches Gefühl zurück.

👉 Die Ideen sind da
👉 Die Figuren sind stark
👉 Der Ansatz im Finale ist eigentlich richtig gut

Aber die Umsetzung ist zu klein, zu hastig und teilweise einfach unlogisch.

Unterm Strich:

  • Story: solide
  • Figuren: stark, vor allem Butcher, Ryan und Homelander
  • Finale: gute Idee, schwach umgesetzt

Fazit: Kann man schauen, muss man aber nicht.

Im Vergleich zu Game of Thrones ist es nicht komplett gegen die Wand gefahren – aber es ist weit entfernt von dem, was diese Serie hätte liefern können.

Wenn ihr sehen wollt, wie Homelander fällt und wie es mit Soldier Boy weitergeht → schaut rein.
Wenn ihr nach Season 3 schon raus wart → ihr verpasst hier nichts Großes.

Bewertung: 3.5 von 5.

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