Von der Rettungsgasse zum Vollgas: Mein Weg durch „Paradise“
Die Serie „Paradise“ startet mit einem genialen Plottwist, der sofort für Spannung sorgt. Trotzdem hatte ich anfangs Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden: Die Beziehungen der Figuren und ihre Entscheidungen bleiben lange Zeit undurchsichtig, und insgesamt nimmt sich die Serie viel Zeit, um wirklich in Fahrt zu kommen. „Paradise“ ist ein echter Slowburner – wie ein Wagen, der erst langsam in die Rettungsgasse einfährt.
Was ich verraten kann, ohne zu spoilern: Gleich zu Beginn wird der amerikanische Präsident ermordet – ein Schockmoment, der die Handlung ins Rollen bringt. Im Zentrum steht Serling Brown (Xavier Collins), ein Secret-Service-Agent, der dem Präsidenten sehr nahe steht. Brown ist für mich der absolute Star der Serie: Seine Präsenz, seine Vielschichtigkeit und die Intensität, mit der Collins ihn spielt, tragen die Handlung und sorgen für viele starke Momente.
Cal Bradford (James Marsden) ist der große Verlierer der Geschichte. Immer wieder taucht er im Verlauf der Serie auf, prägt die Ermittlungen und hat einige der eindrucksvollsten Auftritte. Marsden spielt ihn so überzeugend, dass er für mich der heimliche Star der Serie ist – seine Figur bricht einem das Herz und bleibt lange im Gedächtnis.
Viele Szenen wirken wichtig, doch ihre Bedeutung verliert sich manchmal in erzählerischen Wirrungen. Erst mit der vierten Folge ist für mich die „Reparatur“ abgeschlossen: Ab da gibt die Serie Vollgas, die Handlung nimmt Fahrt auf, und die Spannung steigt spürbar – mit brennenden Reifen, sozusagen. Genau das ist der Grund, warum ich „Paradise“ am Ende richtig gut finde: Man muss durchhalten, aber das Durchhalten lohnt sich.
Das Pacing passt ab der zweiten Hälfte perfekt, und der Soundtrack ist ein echtes Highlight. Die Neuinterpretation von Phil Collins’ „Paradise“ sorgt bei mir für Gänsehaut – jedes Mal, wenn sie läuft. Die Momente sind dann so intensiv und gut geschnitten, dass ich kaum blinzeln möchte.
Leider kann man kaum mehr zur Serie sagen, ohne zu spoilern. Aber die siebte Folge hat mich komplett an den Bildschirm gefesselt – keine Sekunde konnte ich wegsehen. Wahnsinn!
Fazit: Quält euch durch die ersten vier Folgen – ihr werdet belohnt! Story und schauspielerische Leistung sind auf höchstem Niveau. Wer überraschende, mysteriöse Geschichten liebt, ist bei „Paradise“ genau richtig.


