The Mighty Nein Season 1 – Wenn Außenseiter plötzlich die Welt retten müssen

Ich habe mal wieder Stoff für meinen Blog – und diesmal geht es um die Serie The Mighty Nein auf Amazon Prime. Das Reimt sich sogar.
Was kann man dazu sagen? Wir haben es hier wieder mit einer Animationsserie zu tun, die stark in Richtung Dungeons & Dragons geht – also genau mein Ding.
Worum geht es in The Mighty Nein?
Die Serie folgt einer Gruppe von kriminellen Außenseitern, Drückebergern und Ausgestoßenen, die sich eher zufällig in einem Wirtshaus über den Weg laufen. Alle bringen ihre eigenen Probleme, Traumata und ziemlich düsteren Vergangenheiten mit. Eigentlich wollen sie nur eins: überleben und irgendwie an schnelles Geld kommen.
Natürlich kommt alles anders.
Als ein mächtiges, realitätsveränderndes Artefakt – das Luxon-Beacon – gestohlen wird, geraten sie mitten in eine riesige politische Verschwörung. Zwischen dem strengen Dwendalianischen Imperium und der geheimnisvollen Kryn-Dynastie droht ein massiver Krieg.
Und ausgerechnet diese Truppe, die sich später selbst „The Mighty Nein“ nennt, wird unfreiwillig zu einem entscheidenden Faktor. Ziemlich ironisch – wenn man bedenkt, dass das alles andere als klassische Helden sind.
Die Figuren – Chaos mit Herz
Die Serie lebt ganz klar von ihren Charakteren, und die wachsen einem wirklich erst Stück für Stück ans Herz:
- Caleb Widogast: Ein gebrochener Magier mit schwerer Vergangenheit und dem Wunsch, die Zeit selbst zurückzudrehen.
- Nott die Mutige: Eine Goblin-Diebin mit mehr Gefühl, als sie zeigt – und einer Geschichte, die tiefer geht, als man denkt.
- Jester Lavorre: Chaotisch, laut, liebenswert – und mit einer sehr eigenwilligen Gottheit im Rücken.
- Fjord Stone: Ruhig, kontrolliert – aber mit einer dunklen, unheimlichen Machtquelle.
- Beauregard „Beau“ Lionett: Direkt, rebellisch und immer bereit, sich mit der Welt anzulegen.
- Mollymauk Tealeaf: Schillernd, exzentrisch und ein wandelndes Rätsel.
- Yasha Nydoorin: Still, stark und von einer schweren Vergangenheit gezeichnet.
Das ist keine klassische Heldentruppe. Das sind Diebe, Versager, gebrochene Figuren – und genau das macht sie so interessant.
Die Bedrohungen
Auch auf der Gegenseite wird es spannend, denn hier gibt es kein klares Schwarz-Weiß:
- Trent Ikithon: Ein skrupelloser Erzmagier mit düsterer Verbindung zu Caleb.
- Die Eisen-Hirten: Brutale Sklavenhändler – der erste richtig harte Gegner für die Gruppe.
- Politische Drahtzieher: Kräfte auf beiden Seiten, die den Krieg aktiv vorantreiben.
- Essek Thelyss: Irgendwo zwischen Verbündetem und Risiko – schwer einzuordnen, aber extrem spannend.
Kleiner Fun Fact: Critical Role
Was man unbedingt wissen sollte: Hinter der Story steckt Critical Role.
Das ist eine extrem erfolgreiche Pen-&-Paper-Runde rund um Dungeons & Dragons, gespielt von professionellen Sprechern. Und genau auf einer dieser Kampagnen basiert The Mighty Nein.
Und das merkt man sofort:
Die Figuren fühlen sich lebendig an, die Story entwickelt sich organisch, und alles hat diesen typischen „Wir spielen gerade eine richtig gute Runde D&D“-Vibe. Entscheidungen haben Gewicht, Charaktere haben echte Ecken und Kanten – nichts wirkt glattgebügelt.
Mein Eindruck
Der Einstieg ist erstmal etwas chaotisch. Es werden viele Figuren eingeführt, und man weiß noch gar nicht so genau, wer jetzt wirklich im Mittelpunkt steht. Die Serie lässt sich da bewusst Zeit.
Nach und nach bekommt man kleine Einblicke in die einzelnen Charaktere, aber die Tiefe kommt erst später – und genau das ist auch das Geniale daran.
So richtig gepackt hat es mich ab etwa der dritten Folge. Ab da ist man drin – und dann gibt es kein Entkommen mehr.
Mein Highlight: Die Dungeon-Folge
Ein echtes Highlight für mich war die klassische Dungeon-Episode rund um den Kompass – genau mein Ding.
In **Folge 6 („Viele Gaben“) ** bekommen die Mighty Nein einen Auftrag vom berüchtigten Schmugglerboss, der nur als „Der Gentleman“ bekannt ist. Caleb ist auf der Suche nach einem Schutzamulett, um sich vor seinen alten Verfolgern zu schützen – und bekommt die Chance darauf. Natürlich nicht umsonst.
Die Gegenleistung:
Die Truppe soll ein uraltes Artefakt bergen – den Arkanen Kompass eines legendären Piraten.
Also geht es runter in eine alte, unterirdische Ruine – das sogenannte Inverted Vault. Und da wird es richtig klassisch D&D:
- tödliche Fallen
- uralte Magie
- Wächter, die auf Geräusche reagieren
- und eine Gruppe, die zum ersten Mal wirklich als Team funktionieren muss, um da lebend wieder rauszukommen
Genau das hat für mich so gut funktioniert. Diese Mischung aus Spannung, Chaos und cleverem Zusammenspiel – das fühlte sich einfach wie eine perfekte Pen-&-Paper-Session an.
In der darauffolgenden Folge kehren sie dann zurück, liefern den Kompass ab und kassieren ihre Belohnung – aber das ist natürlich nur ein weiterer Schritt in einer deutlich größeren Geschichte.
Und dann…
Die erste Staffel hat nur acht Folgen – und endet mit einem richtig fiesen Cliffhanger.
Ganz ehrlich: Ich will mehr. Sofort.
Fazit
The Mighty Nein lohnt sich definitiv.
Die Serie braucht einen kleinen Moment, um warm zu werden, bleibt dann aber durchgehend spannend. Die Charaktere wachsen langsam ins Herz, und plötzlich fiebert man bei allem mit.
Wer Dungeons & Dragons liebt, muss das sehen.
Und wer gute Animationsserien mag, sowieso.
👉 Perfekt für einen richtig guten Serienabend.
Viel Spaß dabei!
