English Teacher Season 2: Besser denn je – und trotzdem abgesetzt

Schade eigentlich: English Teacher kommt in der zweiten Staffel endlich richtig in Fahrt. Meiner Meinung nach ist sie sogar stärker als die erste – und genau in diesem Moment wird sie abgesetzt. Besonders bitter, weil die Serie ihren ganz eigenen Humor gefunden hat, der sich angenehm von anderen Coming-of-Age-Formaten im Schulsetting abhebt.
Die Lehrkräfte wachsen spürbar in ihre Rollen hinein und die Serie traut sich, überraschend spannende Themen anzupacken. Etwa die Frage, wie man im Schulalltag mit Religion umgeht – und ab wann Yoga eigentlich religiöse Praxis wird. Das Ganze bleibt humorvoll, aber nie belanglos.
Ein weiteres Highlight ist die Episode rund um den Militärrekrutierer, die mit einem Augenzwinkern zeigt, mit welchen Methoden Jugendliche für den Wehrdienst angeworben werden. Das Finale setzt dem Ganzen die Krone auf: Der Rekrutierer wird als Aluhutträger entlarvt, der an Zeitreisen und den Film Looper glaubt. Dieser kleine, aber deutliche gesellschaftskritische Ton wirkt erfrischend und verleiht der Staffel mehr Tiefe, als man zunächst erwarten würde.
Und dann endet die Staffel auch noch mit einem Cliffhanger – was die Absetzung umso frustrierender macht.
Fazit: Unbedingt ansehen, wenn man Humor mag, der nicht nur albern ist, sondern auch ernste, relevante Themen streift. Eine Serie, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

