Eyes of Wakanda – Wakandas geheime Helden im Zeitreise-Abenteuer

Mit Eyes of Wakanda hat Marvel am 1. August 2025 eine neue Animationsserie auf Disney+ veröffentlicht. Statt einer großen zusammenhängenden Handlung erwartet uns hier eine Anthologie-Serie mit vier etwa 30-minütigen Folgen, die jeweils in unterschiedlichen Epochen der Menschheitsgeschichte spielen. Im Mittelpunkt stehen dabei die War Dogs, Wakandas geheime Eliteeinheit, die überall auf der Welt verlorene oder gestohlene Vibranium-Artefakte aufspüren und zurück nach Wakanda bringen soll.
Was mir an der Serie besonders gefallen hat, ist die Tatsache, dass sie sich traut, neue Wege zu gehen. Statt ständig dieselben bekannten Figuren aus dem MCU in den Vordergrund zu stellen, lernen wir verschiedene Wakandaner aus unterschiedlichen Jahrhunderten kennen. Dadurch fühlt sich jede Episode frisch und eigenständig an.
Die erste Folge führt uns ins minoische Kreta der Bronzezeit. Dort begleitet man die ehemalige Dora-Milaje-Kriegerin Noni, die den abtrünnigen General Nkati, auch bekannt als „Der Löwe“, aufhalten soll. Die Folge bietet starke Action und zeigt zugleich die Anfänge der War Dogs.
Danach geht es in den Trojanischen Krieg. Der wakandanische Agent B’Kai, der unter dem Namen Memnon lebt, soll ein Vibranium-Artefakt bergen, das sich im Besitz von Helena von Troja befindet. Die Serie präsentiert dabei bekannte griechische Legenden aus einer komplett anderen Perspektive und bindet sogar Achilles in die Handlung ein.
Mein persönliches Highlight war jedoch die dritte Episode. Hier trifft der War Dog Basha auf Jorani, eine frühere Trägerin der Iron Fist. Diese Folge verbindet Marvel-Mythologie mit fernöstlichen Legenden und sorgt für einige sehr unterhaltsame Momente. Gerade Fans der Iron Fist dürften sich über diesen Auftritt freuen.
Die vierte und letzte Folge hat mich dann am meisten überrascht. Der junge Prinz Tafari reist nach Äthiopien, um ein weiteres Vibranium-Artefakt zu sichern. Dort überschlagen sich die Ereignisse und die Geschichte wird größer, als man zunächst erwartet. Themen wie Zukunft, Schicksal und mögliche Bedrohungen für die Welt spielen plötzlich eine wichtige Rolle. Gleichzeitig schlägt die Serie eine direkte Brücke zum ersten Black Panther-Film, denn das gesuchte Artefakt ist genau die Spitzhacke, die Erik Killmonger Jahre später aus dem Museum stiehlt.
Generell leben die vier Folgen von ihren kreativen Ideen, den gelungenen Animationen und den unterschiedlichen Zeitepochen. Jede Geschichte erzählt etwas Eigenes und funktioniert auch für sich allein. Allerdings merkt man auch schnell, dass vier Episoden insgesamt einfach sehr wenig sind. Wer hofft, tief in die Kultur Wakandas einzutauchen oder viele neue Hintergründe über das Land und seine Bewohner zu erfahren, wird eher nur an der Oberfläche kratzen.
Trotzdem hatte ich mit Eyes of Wakanda wirklich viel Spaß. Die Serie bietet kurzweilige Abenteuer, interessante Figuren und eine schöne Mischung aus Geschichte, Mythologie und Marvel-Elementen. Vor allem Fans von Wakanda und allen, die gerne einmal Geschichten abseits der großen MCU-Haupthandlung sehen möchten, sollten unbedingt einen Blick riskieren.
Mein Fazit
Eyes of Wakanda ist keine Serie, die das Marvel-Universum komplett auf den Kopf stellt. Das will sie aber auch gar nicht. Stattdessen bekommt man vier gut erzählte Abenteuer aus verschiedenen Epochen, die zeigen, wie weit Wakandas Einfluss tatsächlich reicht. Die Animationen sind gelungen, die Figuren sympathisch und die Geschichten unterhaltsam.
Wer eine große zusammenhängende Marvel-Story erwartet, wird hier nicht fündig. Wer aber Lust auf vier spannende Kurzgeschichten aus der Welt von Wakanda hat, ist hier genau richtig.
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