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Lanterns – Staffel 1 (2026) Kritik: Die vielleicht beste Green-Lantern-Geschichte seit Jahrzehnten

Manchmal braucht es keine gewaltigen Schlachten, keine Armee von Superhelden und keinen Himmel voller CGI-Explosionen, um eine großartige Comicserie zu erzählen. Lanterns beweist genau das. Die erste Staffel nimmt eine der oft unterschätzten Ecken des DC-Universums und verwandelt sie in einen spannenden Mystery-Thriller, der mehr an eine düstere Krimiserie erinnert als an klassische Superheldenkost.

Eine völlig andere Art von Superheldenserie

Was Lanterns von vielen anderen Comicadaptionen unterscheidet, ist ihr Mut zur Bodenständigkeit. Statt eines weltbedrohenden Multiversums oder dutzender Kostümträger konzentriert sich die Serie auf wenige Figuren und eine sehr persönliche Geschichte.

Im Mittelpunkt stehen Hal Jordan und John Stewart. Genauer gesagt: ein alter, gebrochener Veteran und sein möglicher Nachfolger. Die Serie erzählt nicht von der größten Schlacht der Green Lanterns, sondern davon, was passiert, wenn Verantwortung weitergegeben werden muss.

Das Ergebnis wirkt erfrischend anders. Die Geschichte erinnert stellenweise tatsächlich an klassische Mystery-Serien. Allerdings sollte man sich nicht von Vergleichen mit Akte X täuschen lassen. Lanterns ist kein Horrorformat. Die Serie erzeugt Spannung durch Geheimnisse, Ermittlungen und Charakterentwicklung, nicht durch Schockmomente oder Monster der Woche.

Besonders gelungen ist außerdem die Erzählstruktur. Jede Episode besitzt ihren eigenen kleinen Höhepunkt und liefert gleichzeitig neue Hinweise für die übergreifende Handlung. Dadurch entsteht ein sehr angenehmer Rhythmus: Man bekommt in jeder Folge das Gefühl einer abgeschlossenen Geschichte, während das große Mysterium immer weiter wächst.

Endlich werden die Green Lanterns ernst genommen

Für viele Comicfans waren die Green Lanterns lange eine etwas seltsame Ecke des DC-Universums. Die zahlreichen Lantern-Corps mit ihren unterschiedlichen Farben und Emotionen wirkten oft überzogen, während Figuren wie Batman, Superman oder Wonder Woman meist deutlich mehr Aufmerksamkeit bekamen.

Lanterns geht einen anderen Weg.

Die Serie zeigt die Green Lanterns nicht als galaktische Witzfiguren oder kosmische Muskelprotze, sondern als Hüter, Ermittler und Beschützer. Statt die unendlichen Möglichkeiten der Ringe in den Vordergrund zu stellen, konzentriert sich die Geschichte auf Verantwortung, Angst, Schuld und Mut.

Gerade dadurch gewinnen die Figuren deutlich an Tiefe.

Hervorragende Atmosphäre statt Effektgewitter

Auch technisch überzeugt die Serie auf ganzer Linie. Die Spezialeffekte werden sparsam eingesetzt und genau deshalb wirken sie besonders stark, wenn sie auftauchen.

Die Produzenten verzichten auf ständiges Spektakel und setzen stattdessen auf glaubwürdige Kulissen, starke Dialoge und eine dichte Atmosphäre. Der ländliche Schauplatz entwickelt dabei beinahe einen eigenen Charakter und trägt erheblich zur Spannung bei.

Das Ergebnis ist kein überladenes Blockbuster-Spektakel, sondern eine intelligente Science-Fiction-Geschichte mit Herz und Verstand.

Die Protagonisten

John Stewart (Aaron Pierre)

John Stewart ist das Herzstück der Serie. Als ehemaliger Marine bringt er Disziplin, Moral und Pflichtbewusstsein mit. Während der Handlung entwickelt er sich vom Green-Lantern-Anwärter zum eigentlichen Helden der Geschichte. Seine Entwicklung gehört zu den größten Stärken der Staffel.

Hal Jordan (Kyle Chandler)

Hal Jordan erleben wir hier völlig anders als in vielen Comicvorlagen. Er ist älter, erschöpft und von seiner Vergangenheit gezeichnet. Depressionen, Schuldgefühle und jahrelange Belastungen haben Spuren hinterlassen. Dennoch bleibt er eine faszinierende Figur, deren Schicksal die gesamte Handlung antreibt.

Sheriff Kerry Kane (Kelly Macdonald)

Als örtliche Polizeichefin unterstützt sie die Ermittlungen rund um die mysteriösen Vorfälle in Rushville. Doch hinter ihrer Fassade verbirgt sich ein Geheimnis, das direkten Einfluss auf die gesamte Geschichte haben wird.


Die Antagonisten

Die Manhunters

Die größte Bedrohung der Staffel sind die Manhunters. Dabei handelt es sich um uralte Androiden, die einst als erste galaktische Ordnungshüter erschaffen wurden und schließlich gegen ihre Schöpfer rebellierten.

Ihre Fähigkeit zur Tarnung macht sie besonders gefährlich. Niemand weiß genau, wer Mensch und wer Maschine ist.

Zoe Macon

Eine verdeckt agierende Manhunter-Agentin, die bereits Jahre zuvor den Grundstein für die Infiltration auf der Erde gelegt hat.

Noah Macon

Zu Beginn wirkt Noah wie ein gewöhnlicher Jugendlicher. Im Verlauf der Geschichte stellt sich allerdings heraus, dass weit mehr in ihm steckt als zunächst vermutet.

Thaal Sinestro

Obwohl er über weite Strecken im Hintergrund bleibt, ist Sinestros Präsenz ständig spürbar. Hals ehemaliger Mentor zieht aus dem Schatten die Fäden und bereitet bereits den nächsten großen Konflikt vor.


Spoilerteil: Was passiert in Staffel 1?

⚠️ Ab hier folgen massive Spoiler.

Die eigentliche Geschichte beginnt bereits zehn Jahre vor den Hauptereignissen.

Im Jahr 2016 untersuchen Hal Jordan und John Stewart eine Reihe brutaler Morde im ländlichen Nebraska. Die Ermittlungen führen sie zu den Manhunters, die sich unbemerkt auf der Erde ausgebreitet haben.

Je tiefer die beiden graben, desto gefährlicher wird die Situation.

Am Ende eskaliert der Konflikt vollständig. Rushville versinkt im Chaos und große Teile der Stadt gehen in Flammen auf. Hal Jordan übernimmt die Verantwortung für die Ereignisse und landet für zehn Jahre im Gefängnis.

Im Jahr 2026 wird er schließlich entlassen.

Doch bevor Hal seine Vergangenheit aufarbeiten kann, geschieht das Unfassbare: John Stewart findet seinen Mentor erschossen auf den Tribünen eines Footballstadions.

Von diesem Moment an verwandelt sich die Serie endgültig in einen Kriminalfall. Die große Frage lautet nicht mehr, wie die Welt gerettet werden kann, sondern:

Wer hat Hal Jordan getötet?


Das Ende erklärt

Der wahre Mörder

Die Auflösung überrascht gerade deshalb, weil sie so menschlich ist.

Kein außerirdischer Kriegsherr. Keine kosmische Bedrohung. Kein dimensionsübergreifender Bösewicht.

Als Hal entdeckt, was Noah Macon tatsächlich ist, konfrontiert er den jungen Mann. Die Situation gerät außer Kontrolle.

Sheriff Kerry Kane sieht ihr Kind bedroht und handelt aus Verzweiflung.

Sie erschießt Hal Jordan.

Der legendäre Green Lantern fällt nicht im Kampf gegen ein Monster, sondern durch die Kugel einer Mutter, die glaubt, ihr Kind beschützen zu müssen. Genau diese Tragik macht den Moment so wirkungsvoll.

Sinestros Angst-Laterne

Parallel wird enthüllt, dass Noah heimlich Kontakt zu Sinestro hatte.

Gemeinsam erschaffen sie eine neuartige gelbe Laterne, die von Angst statt von Willenskraft gespeist wird.

Damit legt die Serie den Grundstein für eine der wichtigsten Entwicklungen aus der Green-Lantern-Mythologie.

Johns schwerste Entscheidung

Im Finale steht John vor einer unmöglichen Wahl.

Noah kämpft gegen seine eigene Programmierung und bittet John sogar darum, ihn zu töten, bevor er die Kontrolle verliert.

Doch John entscheidet sich dagegen.

Er zeigt Gnade.

Zum ersten Mal handelt er nicht als Soldat oder Lantern, sondern als Mensch. Dieser Moment markiert den Abschluss seiner Charakterentwicklung.

Die Geburt eines neuen Beschützers

Am Ende übernimmt John Hal Jordans Ring.

Doch statt sich den Vorgaben der Wächter des Universums zu unterwerfen, schlägt er einen eigenen Weg ein.

Er verbindet die Kraft der grünen Willensenergie mit der gelben Macht der Angst und formuliert die Idee des Green Lantern neu:

Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut bedeutet, trotz der Angst weiterzugehen.

Damit wird John Stewart zum unabhängigen Beschützer des Sektors 2814 und gleichzeitig zu einer völlig neuen Art von Green Lantern.


Ausblick auf Staffel 2

Das Finale öffnet viele Türen für die Zukunft.

Sinestro sitzt zwar weiterhin auf dem zerstörten Giftplaneten fest, doch längst ist klar, dass er die Macht der Angst vollständig verstanden hat. Alles deutet darauf hin, dass die Gründung des gefürchteten Sinestro Corps unmittelbar bevorsteht.

Gleichzeitig steht John Stewart nun allein zwischen der Erde und den Gefahren des Universums. Ohne Rückendeckung, ohne Corps und ohne die Kontrolle der Wächter muss er seinen eigenen Weg finden.

Genau darin liegt das größte Potenzial für die zweite Staffel.


Fazit

Lanterns überrascht auf ganzer Linie. Statt eines weiteren austauschbaren Superheldenspektakels bekommen wir einen intelligenten Mystery-Thriller mit starken Figuren, hervorragender Atmosphäre und einer überraschend emotionalen Geschichte.

Die Serie nimmt die Green Lanterns endlich ernst und beweist, dass auch im riesigen DC-Universum noch neue Geschichten erzählt werden können.

Eine spannende, erwachsene und unglaublich frische Interpretation der Green-Lantern-Mythologie, die mehr auf Charaktere und Mysterien setzt als auf Effekthascherei. Genau deshalb funktioniert sie so hervorragend.

Bewertung: 4 von 5.

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