Ready or Not 2 – Gelungene Fortsetzung mit teuflischen neuen Regeln

Mit Ready or Not 2 bekommt der Überraschungshit aus dem ersten Teil endlich eine direkte Fortsetzung – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Film setzt praktisch nahtlos dort an, wo sein Vorgänger geendet hat. Das hat mir persönlich direkt gefallen, denn anstatt einen großen Zeitsprung zu machen oder alles noch einmal neu zu erklären, wird die Geschichte einfach konsequent weitergeführt.
Besonders positiv ist dabei, dass sich der Film nicht darauf verlässt, die Ereignisse des ersten Teils einfach zu wiederholen. Stattdessen wird die Lore des Universums deutlich erweitert. Neue Figuren werden eingeführt, darunter die Schwester, die frischen Wind in die Handlung bringt. Dazu kommt eine weitere interessante Figur: der Anwalt des Teufels, der gewissermaßen die rechtliche Vertretung der dunklen Mächte übernimmt und dafür sorgt, dass die Regeln des tödlichen Spiels eingehalten werden. Das klingt zunächst etwas schräg, fügt sich aber erstaunlich gut in die bereits etablierte Welt ein.
Im Mittelpunkt steht diesmal der Rat, dessen Oberhaupt nach den Ereignissen des ersten Films nicht mehr unter den Lebenden weilt. Dadurch entsteht ein Machtvakuum, das natürlich neu gefüllt werden muss. Genau daraus entwickelt sich die zentrale Handlung des Films. Die Geschichte bleibt dabei durchgehend spannend und schafft es, immer wieder neue Aspekte der Hintergrundgeschichte zu beleuchten.
Besonders gut gefallen hat mir, dass die Macher die Welt von Ready or Not tatsächlich weiterentwickeln. Die Geschichte bleibt nicht stehen, sondern wächst. Man merkt, dass hier bewusst daran gearbeitet wurde, das Universum größer zu machen, anstatt einfach nur einen weiteren Aufguss des Originals zu produzieren.
Auch in Sachen Gewaltgrad legt der Film noch einmal ordentlich nach. Meines Erachtens gibt es sogar deutlich mehr Gore und mehr Blut als im ersten Teil. Wer also auf kreative Splatter-Effekte und einen knackigen Horror-Abend steht, wird hier definitiv nicht enttäuscht. Die FSK-16-Freigabe geht für mich dabei vollkommen in Ordnung.
Eine weitere nette Überraschung war die Beteiligung von Sarah Michelle Gellar. Die meisten dürften sie natürlich noch als Buffy kennen, und ich fand es ziemlich cool, sie hier in einer Rolle innerhalb dieses Universums zu sehen.
Der Film arbeitet zudem auf einen interessanten Plot-Twist hin, der im Nachhinein betrachtet durchaus vorbereitet wird. Dennoch konnte er mich überraschen, weil ich die genaue Auflösung so nicht kommen gesehen habe. Mehr möchte ich dazu allerdings nicht sagen, denn alles Weitere würde schnell in den Spoilerbereich abrutschen.
Natürlich kann der zweite Teil nicht mehr denselben Überraschungseffekt liefern wie das Original. Der große Clou des ersten Films ist schließlich längst bekannt, und zwangsläufig muss die Fortsetzung andere Wege gehen. Genau das macht sie aber auch. Statt einfach dieselben Karten erneut auszuspielen, erweitert Ready or Not 2 die Mythologie seiner Welt und erzählt die Geschichte sinnvoll weiter.
Unterm Strich hat mich der Film gut unterhalten. Für einen entspannten Popcorn-Slasher-Abend liefert er genau das, was man erwartet: Spannung, schwarzen Humor, jede Menge Blut und eine Geschichte, die das Universum weiter ausbaut. Jetzt bleibt nur noch die Frage, ob die Macher es bei zwei Filmen belassen oder ob wir in Zukunft sogar noch einen dritten Teil zu sehen bekommen.
Wer den ersten Teil mochte und Lust auf mehr Lore, mehr Chaos und mehr Blut hat, macht mit Ready or Not 2 definitiv nichts falsch.
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