Street Fighter (2026): Mit so einem Film habe ich überhaupt nicht gerechnet!
Ganz ehrlich: Was habe ich von Street Fighter erwartet?
Nicht viel.
Ich bin mit der Einstellung ins Kino gegangen: „Okay, wird wahrscheinlich so ein typischer Videospielfilm.“ Gute Kämpfe, jede Menge Nostalgie, bekannte Figuren, coole Frisuren, vielleicht ein paar Mortal-Kombat-Vibes und fertig.
Aber direkt am Anfang macht der Film etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte.
Er startet mit einer Zeichentricksequenz.
Und die ist nicht einfach irgendein Intro, sondern richtig gut gemacht. Die Vergangenheit der Figuren wird komplett animiert erzählt. Wunderschön gezeichnet, emotional, mit erstaunlich viel Tiefgang. Danach erfolgt die Überblendung in die Realverfilmung.
Und genau diese Mischung funktioniert fantastisch.
Die Vergangenheit ist animiert, die Gegenwart wird als Realfilm erzählt. Es gibt keine seltsame Vermischung der Stile. Stattdessen eine klare Trennung, die unglaublich gut wirkt. Besonders beeindruckend fand ich, wie die Figuren übertragen wurden. Frisuren, Körperformen und die gesamte Optik wurden so übernommen, dass man die Charaktere sofort erkennt. Ich liebe das.
Mit so einer kreativen Idee hätte ich bei einem Street-Fighter-Film nie gerechnet.
Viele hatten vorher gesagt: „Erwarte bloß keinen Tiefgang.“
Habe ich auch nicht.
Trotzdem hat der Film bei mir Emotionen ausgelöst, die ich bei dieser Art von Film niemals erwartet hätte. Selbst Jason Momoa hat Momente, in denen deutlich mehr passiert als nur coole Sprüche und Action. Mehr möchte ich dazu gar nicht verraten.
Manche Szenen sind tatsächlich überraschend bewegend.
Von der Umsetzung her merkt man zwar, dass das kein absolutes Mega-Budget-Projekt ist. Aber das macht überhaupt nichts. Dafür steckt unglaublich viel Liebe zum Detail drin. Jede Menge Easter Eggs, starke Kameraarbeit und ein Schnitt, der genau weiß, wann Effekte eingesetzt werden müssen und wann eben nicht.
Der Film wirkt nie überladen.
Humor gibt es ebenfalls, aber angenehm dosiert. Vor allem versucht der Film nicht permanent auf Comedy zu machen. Das hat mir sehr gefallen.
Stattdessen nimmt sich der Film ernst.
Und genau das funktioniert erstaunlich gut.
Natürlich spielt die Geschichte in einer völlig überzeichneten Welt, die man eigentlich nicht ernst nehmen kann. Aber innerhalb dieser Welt werden die Figuren und Konflikte ernst behandelt. Dadurch funktioniert das Ganze viel besser, als man erwarten würde.
Auch der Bösewicht ist richtig stark geworden.
Nicht dieser typische Standard-Gegner, sondern jemand, vor dem man tatsächlich Respekt hat. Er ist böse, fies und bedrohlich. Solche Antagonisten sieht man leider viel zu selten.
Der Film hat eine Freigabe ab 12 Jahren. Erwartet also keine brutalen Splatter-Szenen oder Horror-Elemente. Dafür bekommt ihr gute Kämpfe, viele Fanservice-Momente und einige wirklich starke Actionsequenzen.
Und dann kommt das Finale.
Meine Lieblingsszene des gesamten Films basiert auf einem klassischen Chekhov’s Gun.
Relativ am Anfang wird ein Lied eingeführt, das Ryu dabei hilft, seine dunklen Impulse unter Kontrolle zu halten. Erst wirkt das wie ein kleines Detail.
Am Ende des Films wird genau dieses Lied wieder wichtig.
Ryu liegt praktisch im Sterben. Ken Masters versucht verzweifelt, ihn zurückzuholen. Mitten in den Trümmern beginnt er dieses Lied zu singen. Und glaubt mir: Er singt nicht gut.
Gar nicht.
Aber genau das macht die Szene so großartig.
Nach und nach stimmen andere mit ein. Manche können nicht einmal richtig mitsingen und bringen nur ein Stöhnen oder einzelne Töne heraus. Trotzdem entsteht daraus ein unglaublicher Moment von Zusammenhalt und Hoffnung.
Diese anderthalb bis zwei Minuten haben wir im Kino gefeiert.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt erlebt habe, dass ein Publikum derart mitgerissen wurde. Als der Film zu Ende war, standen Leute auf und konnten kaum glauben, was sie gerade gesehen hatten.
Und dann gibt es noch die Post-Credit-Szene.
Dazu sage ich nur so viel:
Ich freue mich wahnsinnig auf Street Fighter 2.
Mein Fazit
Street Fighter bekommt von mir eine überraschend hohe Wertung.
Nicht weil er besonders tiefgründig ist.
Nicht weil er ein Oscar-Kandidat wäre.
Sondern weil er genau das geschafft hat, was Kino manchmal schaffen sollte:
Er hat unglaublich viel Spaß gemacht.
Die Mischung aus Animation und Realfilm ist genial. Die Frisuren und Kostüme sind großartig. Das 90er-Jahre-Setting funktioniert hervorragend. Man merkt in jeder Minute, dass hier Menschen am Werk waren, die wirklich einen unterhaltsamen Film machen wollten.
Und als ich aus dem Kino kam, war ich einfach nur gut drauf.
So einfach ist das manchmal.
Wertung: Extrem hoch. Absolute Empfehlung für alle Street-Fighter-Fans und für jeden, der einfach mal wieder richtig Spaß im Kino haben möchte.
Wichtig: In der Mid Credit Szene wird Streetfighter 2 angekündigt. Ich will diesen Film sehen, also geht rein.😁
Easter Eggs & Fan-Service erklärt
Für Fans der Videospielreihe ist Street Fighter (2026) ein wahres Fest. Fast in jeder Szene verstecken sich Anspielungen auf die Spiele, die Animes oder sogar auf legendäre Momente der Fighting-Game-Community. Hier die wichtigsten Easter Eggs im Detail:
Ryus Hadouken, Chun-Lis Spinning Bird Kick & Co.
Das größte Lob geht an die Choreografen des Films. Die berühmten Spezialangriffe wurden nicht einfach übernommen, sondern teilweise Bild für Bild nachgestellt.
- Ryus Hadouken wird exakt mit der bekannten Handbewegung und Körperhaltung ausgeführt.
- Chun-Lis Spinning Bird Kick sieht nahezu identisch zur Spielvorlage aus.
- Zangiefs Russian Suplex wurde sogar mit derselben Kameraperspektive inszeniert wie in mehreren Spielen.
Für Fans wirkt das so, als würden die Spielfiguren plötzlich real werden.
Die Nummer 37 auf dem Gefängnisshirt
Ein Easter Egg, das wahrscheinlich nur Fighting-Game-Enthusiasten verstehen:
Der Cameo-Auftritt von Justin Wong zeigt ihn als Gefängnisinsassen mit der Nummer 37 auf seinem Shirt.
Das ist eine direkte Anspielung auf das legendäre „Evo Moment #37“ aus dem Jahr 2004.
Damals gelang Daigo Umehara im Finale von Street Fighter III gegen Justin Wong eine nahezu unmögliche Serie perfekter Paraden. Diese Szene gilt bis heute als wohl berühmtester Moment der E-Sport-Geschichte.
Balrogs Boxhandschuhe der Marke „Buffalo“
Auf den Handschuhen von Balrog steht deutlich sichtbar Buffalo.
Das ist ein Insider-Witz für Hardcore-Fans.
Im japanischen Original von Street Fighter II hieß der Boxer nämlich ursprünglich M. Bison. Um rechtliche Probleme mit Mike Tyson zu vermeiden, wurden die Namen für den westlichen Markt verändert.
Aus:
- M. Bison (Boxer)
- Balrog (Ninja)
- Vega (Boss)
wurde:
- Balrog (Boxer)
- Vega (Ninja)
- M. Bison (Boss)
Da Bisons nichts anderes als Büffel sind, versteckt der Film hier einen kleinen Wink an die ursprüngliche Namensgebung.
Die berühmte Dusch-Szene
Eine Szene mit Chun-Li ist eine nahezu exakte Hommage an den Anime-Klassiker Street Fighter II: The Animated Movie von 1994.
Kamerawinkel, Lichtsetzung und Bildkomposition erinnern direkt an eine der bekanntesten Szenen des Kultfilms.
Für viele ältere Fans dürfte das einer der schönsten Nostalgie-Momente des gesamten Films sein.
Joe aus dem allerersten Street Fighter
Hier wird es richtig nerdig.
Der Kämpfer Joe taucht kurz im Film auf.
Joe stammt tatsächlich aus dem Intro des allerersten Street Fighter von 1987 und war jahrzehntelang fast vergessen.
Die meisten Zuschauer dürften ihn nicht erkannt haben. Für langjährige Fans ist sein Auftritt jedoch ein absolutes Highlight.
Besonders witzig: Gespielt wird er vom MMA-Star Alexander Volkanovski.
El Fuerte bekommt seinen eigenen Fan-Moment
In einer kurzen Szene trifft Ken auf El Fuerte, den mexikanischen Wrestling-Koch aus Street Fighter IV.
Dabei wird dessen berühmter Kampfstil aufgegriffen und Ken verpasst ihm einen spektakulären Schlag beziehungsweise Tritt, der direkt wie eine Referenz an die Spielereihe wirkt.
Ein kleines Detail, das bei Fans vermutlich für ein breites Grinsen sorgt.
Cammy als Schurkin
Für viele Street-Fighter-Fans dürfte überraschend sein, dass Cammy hier noch auf der Seite von M. Bison steht.
Das ist eine clevere Anspielung auf ihre ursprüngliche Hintergrundgeschichte. In den Spielen war sie einst Mitglied von Shadaloo und wurde von Bison kontrolliert, bevor sie später zu den Helden wechselte.
Der Film greift also bewusst ihre frühere Geschichte auf.
Sagat in der Mid-Credit-Szene
Die Mid-Credit-Szene ist praktisch ein einziges großes Easter Egg.
Dort trainiert Sagat allein im Wald, bis M. Bison auftaucht.
Sagat gehört zu den wichtigsten Figuren der Street-Fighter-Geschichte und fehlte überraschenderweise im Hauptfilm.
Die Szene dient deshalb sowohl als Fan-Service als auch als Vorbereitung für einen zweiten Teil.
Das komplette 90er-Jahre-Setting
Der gesamte Film spielt 1993, also genau zu der Zeit, in der Super Street Fighter II erschien.
Nicht nur Kleidung, Frisuren und Musik orientieren sich daran, sondern auch viele Hintergrundplakate, Werbeanzeigen und Designs. Dadurch wirkt der gesamte Film wie eine Liebeserklärung an die goldene Zeit der Spielhallen.
Fazit
Die eigentliche Stärke von Street Fighter (2026) liegt nicht nur in den Kämpfen, sondern in seiner Liebe zum Detail. Vom legendären Evo-Moment über vergessene Figuren wie Joe bis hin zu den originalgetreu umgesetzten Spezialangriffen merkt man in nahezu jeder Szene, dass hier echte Street-Fighter-Fans am Werk waren. Selbst Zuschauer, die nur einen Teil der Anspielungen erkennen, werden ständig mit kleinen Überraschungen belohnt.

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