The Thursday Murder Club – Mord mit Häkelcharme
Ein Film wie ein britischer Teeabend: „The Thursday Murder Club“ versammelt das Who’s Who der britischen Schauspielkunst in einem charmanten Krimi-Kabarett. Helen Mirren, Pierce Brosnan, Ben Kingsley, Celia Imrie, Naomi Ackie, Jonathan Pryce – hier geben sich Legenden und Charakterköpfe die Klinke in die Hand. Tom Ellis überzeugt als Ex-Boxer mit weichem Kern, David Tennant liefert als Antagonist solide Spannung – ohne je wirklich bedrohlich zu werden.
Die Story? Gut konstruiert. Die Fälle? Raffiniert miteinander verwoben. Die schauspielerische Leistung? Hochkarätig und homogen – niemand fällt aus dem Rahmen, alle spielen auf Augenhöhe. Regisseur Chris Columbus inszeniert das Ganze mit routinierter Leichtigkeit.
Doch genau hier liegt der Haken: Es bleibt alles nett. Lieb. Harmlos. Die Bedrohung fehlt, das Dunkle, das Unheimliche. Selbst die Morde wirken wie Missgeschicke in einem Seniorenheim mit zu viel Sherry. Der Humor ist britisch-trocken, aber stets auf der sicheren Seite – keine bissige Satire, kein moralischer Abgrund.
Fazit: Wer einen gemütlichen Strickabend plant, ist hier bestens aufgehoben. Der Film bietet Wohlfühlkrimi mit Starbesetzung und cleverem Plot – aber ohne emotionale Erschütterung. Trotz Top-Performance und Hochglanzproduktion bleibt „The Thursday Murder Club“ ein charmantes, aber zahmes Vergnügen.


