Avatar 3: Warum man ihn sehen muss – und warum nicht

Dieser Film ist fürs Kino gemacht. Wir haben ihn im neuen Dolby-Vision-System gesehen, und hier konnte er sich voll entfalten. Dual-4K-Laserprojektion mit einem Kontrastverhältnis von 1.000.000:1 sorgt für intensive Farben, atemberaubende Klarheit und flüssige 60 Frames. Es wirkt, als stünde man vor einer Bühne, die perfekt ausgeleuchtet ist. 3D-Kino, wie man es bisher nicht gesehen hat.
Doch genau darin liegt auch die Krux: Die Technik trägt den Film – nicht die Story.
Der Tod von Neteyam wird verarbeitet, sein Bruder Lo’ak findet endlich seine Position in der Familie, und Jake akzeptiert ihn. Spider hat sein Coming-out und kann nun ohne Atemmaske auf Pandora leben – leider schon im Trailer verraten. Ein neuer Clan tritt auf, bringt Drogen und Exzesse ins Spiel. Die Vater-Sohn-Konfrontation zwischen Miles und Sully erreicht ihren Höhepunkt, bevor die Familie wieder zueinander findet.
Leider wirkt vieles wie ein Aufguss des zweiten Teils: Wieder geht es um die Wale, wieder werden sie gejagt, wieder wird es verhindert – oder doch nicht? Der große Schlag der Menschen bleibt diesmal aus. Die fliegenden Händler sind visuell opulent, tragen aber nur kurz zur Handlung bei.
Und das Ende? Offen, fast ratlos. Jake und Neytiri suchen nach einem Weg, Pandora zu retten, während neue Elemente wie Feuer (Wut, Zerstörung) und Asche (Verlust, Kummer) die Handlung vorantreiben. Doch klare Hinweise auf eine Fortsetzung fehlen.
Fazit:
- Muss man den Film gesehen haben? Ja – aber nur im Kino, denn dafür ist er gemacht.
- Hebt er 3D auf ein neues Level? Absolut.
- Haut die Story einen um? Nein.
Damit entsteht eine seltsame Mischung: visuell überwältigend, erzählerisch schwach.
Story: 2,5 von 5 Sternen – Visuell: 5 von 5 Sternen – Gesamt: 4 Sterne.

