Avo Talks

Wo Popkultur Tiefgang bekommt und Verspätung zum Stilmittel wird.

Avo Talks

Avo Talks

Wo Popkultur Tiefgang bekommt und Verspätung zum Stilmittel wird.

Avo Talks
Games

A Thief’s End neu erlebt – Warum Uncharted 4 auch heute noch alles weghaut

Ich habe die Uncharted-Reihe damals komplett auf der PlayStation gespielt. Jahre später – jetzt, wo es die Games auch am PC gibt – konnte ich nicht widerstehen. Also noch mal rein in Teil 4: Klettern, rätseln, staunen. Und schon nach wenigen Minuten war klar: Uncharted 4: A Thief’s End hat nichts von seiner Magie verloren. Im Gegenteil – auf dem PC wirkt das Ganze sogar noch edler.

Charaktere, Witz und dieser einzigartige Abenteuer‑Mix

Uncharted hat mich von Anfang an fasziniert. Die ausgefeilten Charaktere, die cleveren Rätsel und die großartigen Schauplätze – das sitzt. Und dann diese Actionsequenzen, die mit Tempo und Wortwitz an große Abenteuerfilme erinnern. Indiana Jones ist da natürlich der Klassiker, der sofort in den Kopf springt: dieses „Wir rennen gerade vor einem riesigen Problem weg – und machen trotzdem Sprüche“-Gefühl.

Aber Uncharted ist mehr als nur „Indy in modern“. Es ist auch ein bisschen Tomb Raider, nur mit mehr Herz und Humor: Klettereien, Ruinen, alte Fallen – klar, aber hier tragen die Beziehungen das Ganze. Dazu kommt dieser Goonies‑Vibe – dieses kindliche Staunen, „Okay, das wird jetzt völlig verrückt, aber wir ziehen das durch!“. Gerade Libertalia fühlt sich an wie Goonies für Erwachsene: größer, wilder, gefährlicher. Und mitten im Chaos schüttelt das Spiel ständig Buddy‑Comedy aus dem Ärmel: Nathan & Sully, Nathan & Sam – sprücheklopfen, sich gegenseitig aufziehen, während im Hintergrund eine jahrhundertealte Brücke zusammenkracht. Genau diese Mischung aus Spannung und Leichtigkeit macht Uncharted so einzigartig.

Die Legende von Sir Francis Drake – und was sie für Uncharted bedeutet

Sir Francis Drake (ca. 1540–1596) ist die historische Figur, um die sich in der Reihe viel Mythos dreht. Nathan ist mit der Idee aufgewachsen, sein Nachfahre zu sein. Der Ring mit der Gravur „Sic Parvis Magna“Großes aus kleinem Anfang – wurde zu seinem persönlichen Kompass.

In Uncharted 4 fällt diese Fassade: Nathan und Sam sind nicht mit Drake verwandt. Ihre Mutter, Cassandra Morgan, war Historikerin und suchte Belege für Drakes angebliche Erben. Nach ihrem Tod nahmen die Brüder aus Erinnerung den Namen „Drake“ an – nicht aus Abstammung. Historisch gilt Sir Francis Drake als kinderlos. Für Nathan bricht damit ein Teil seiner Identität – und genau deshalb wirkt seine Entwicklung so menschlich: Er erkennt, dass es nicht der Name ist, der ihn zum Abenteurer macht, sondern das, was in ihm steckt.

Kurz zu Drake selbst: Freibeuter im Auftrag von Königin Elisabeth I., von den Spaniern „El Draque“ genannt, erster englischer Weltumsegler (1577–1580), 1596 vor Panama an Ruhr gestorben – der Legende nach in einem Bleisarg auf See bestattet. Das ist genau die Art Geschichte, aus der Uncharted pures Abenteuer destilliert.


Die Handlung im Überblick

Achtung: Spoiler zu Verlauf & Finale

Die Rückkehr des Bruders:
Nathan hat sein Abenteurerleben an den Nagel gehängt und führt mit Elena ein ruhigeres Leben – bis sein totgeglaubter Bruder Samuel „Sam“ Drake plötzlich wieder auftaucht.

Die Mission:
Sam behauptet, sein Leben hänge davon ab, den legendären Piratenschatz von Henry Avery zu finden, um eine Schuld bei einem Drogenbaron zu begleichen. Nathan bricht sein Versprechen gegenüber Elena und macht sich – zusammen mit Sam und seinem Mentor Victor „Sully“ Sullivan – auf die Suche.

Die Gegenseite:
Es wird ein Wettlauf gegen Rafe Adler, einen reichen Ex‑Verbündeten, und die Söldnerführerin Nadine Ross, die ebenfalls hinter dem Schatz her sind.

Libertalia:
Die Spur führt über Italien und Schottland bis nach Madagaskar – und schließlich zur versteckten Piraten‑Utopie Libertalia. Am Ende stoßen sie auf das Wrack von Averys Schiff – und auf die Wahrheit hinter der Legende.

Wendepunkte, Finale, Epilog

Die Lüge:
Sams Geschichte fällt in sich zusammen: Den Drogenbaron gibt es nicht. Sam wurde von Rafe aus dem Gefängnis befreit und hat Nathan manipuliert – aus persönlicher Besessenheit nach dem Schatz. Brüderlicher Konflikt statt romantischem Abenteuer – und einige der stärksten Dialoge der Reihe.

Das Finale:
Showdown auf einem brennenden Piratenschiff voller Gold. Nach einem intensiven Duell gegen Rafe entkommen die Drakes – und lassen den verfluchten Schatz hinter sich. Nathan und Elena nehmen einen legalen Weg: Sie kaufen eine Bergungsfirma und führen ihre Abenteuer professionell – und endlich ehrlich – fort.

Der Epilog:
Jahre später durchstöbert Cassie, die Tochter der beiden, die Souvenirs ihrer Eltern. Ein leiser, warmer Moment – perfekter Abschluss für Nathan Drakes Reise. Ein „Das war’s“ mit einem ganz kleinen „Wer weiß?“ im Unterton.


Gameplay & Abwechslung: Warum es sich immer noch frisch anfühlt

Mit rund 20 Stunden Spielzeit liefert Uncharted 4 eine sehr runde Mischung aus:

  • Action mit perfekt inszenierten Setpieces
  • Klettern & Erkundung in abwechslungsreichen Umgebungen
  • Rätseln, das nie nervt, aber immer einbindet
  • Fahrzeugpassagen (ja, das Jeep‑Level macht immer noch Laune)
  • Story‑Momenten, die wirklich tragen – Beziehung statt bloßer Stichworte

Auf dem PC wirkt das alles noch eine Ecke brillanter: schärfere Details, flüssigere Animationen, knackige Präsentation. Es fühlt sich wie die „Best‑of“-Version des Originals an.

Warum dieser Abschluss funktioniert

A Thief’s End ist mehr als nur „der vierte Teil“. Es ist das emotionale Finale von Nathan Drakes Charakterreise: Ein Typ, der lernen musste, dass Verantwortung und Abenteuer sich nicht ausschließen – solange man ehrlich ist, zuerst zu sich selbst. Humor, Drama, Spektakel, Herz – selten greift das so gut ineinander.


Fazit: Durchspielen. Punkt.

Uncharted 4 ist für mich auch heute noch ein Brett.
Abenteuer, Humor, Drama, Herz – und eine Präsentation, die auf dem PC richtig glänzt.
Wenn du nach einem Spiel suchst, das sich anfühlt wie Indiana Jones, mit einer Prise Tomb Raider, dem Herz von The Goonies und dem Witz einer guten Buddy‑Comedy – dann ist das genau dein Ding.

Meine Empfehlung: Durchzocken. Es lohnt sich.

Bewertung: 5 von 5.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert