Murderbot – Die zynischste Sci-Fi-Serie des Jahres
Manchmal kommt eine Serie, die alles richtig macht – Murderbot ist genau so eine. Basierend auf der gefeierten Buchreihe The Murderbot Diaries von Martha Wells, liefert Apple TV+ eine Sci-Fi-Perle, die nicht nur technisch beeindruckt, sondern auch erzählerisch glänzt.
Kurze Folgen, perfektes Pacing
Mit rund 25 Minuten pro Episode ist Murderbot ein Paradebeispiel für effizientes Storytelling. Keine Längen, kein Füllmaterial – jede Szene sitzt. Die Serie schafft es, in kompakten Häppchen eine komplexe Welt zu skizzieren, die irgendwo zwischen Star Trek, Altered Carbon und The Office liegt – nur böser.
Skarsgård als Murderbot: ein Casting-Coup
Alexander Skarsgård verkörpert den titelgebenden Cyborg mit stoischer Präzision und trockenem Witz. Sein innerer Monolog – oft voller Selbstironie und genervter Kommentare über die „dumme, aber irgendwie liebenswerte“ Menschheit – ist das Herzstück der Serie. Ein Beispiel:
„Ich könnte sie alle töten. Aber dann müsste ich mir eine neue Crew suchen. Und das wäre anstrengend.“
Skarsgård trifft genau den Ton zwischen distanzierter Maschinenlogik und unterschwelliger Empathie. Besonders schön: seine Obsession mit der fiktiven Serie The Rise and Fall of Sanctuary Moon, einer Mischung aus Star Trek und Soap Opera, die er heimlich bingewatcht.
Der Cast: charmant, schräg, menschlich
- Noma Dumezweni als Dr. Mensah – warmherzig, klug, die moralische Stimme der Crew.
- David Dastmalchian als Gurathin – skeptisch, aufgerüstet, sorgt für Reibung und Spannung.
- Sascha Rotermund (deutsche Stimme von Murderbot) – bringt den inneren Konflikt wunderbar zur Geltung.
Die Forschergruppe ist ein bunter Haufen, der sich von „naiv“ zu „sympathisch“ entwickelt. Murderbot hilft ihnen – widerwillig, aber effektiv. Und obwohl er es nie zugeben würde, baut er eine Beziehung zu ihnen auf. Oder wie er selbst sagt:
„Ich hasse es, wenn sie nett zu mir sind. Das macht alles komplizierter.“
Witzig, brutal, klug
Murderbot ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch gesellschaftskritisch. Die Serie spielt mit Themen wie Kontrolle, Freiheit, Identität und Menschlichkeit – und das mit einer bösen Prise Ironie. Die Gewalt ist punktuell, aber effektiv. Die Dialoge sind scharf, die Twists clever.
Fazit
Die beste Sci-Fi-Serie des Jahres? Für mich: ja. Murderbot ist witzig, brutal, emotional und intelligent – ein seltener Mix, der funktioniert. Und am Ende bleibt die Erkenntnis: Auch Maschinen können Gefühle haben. Sie geben es nur nicht gern zu.


