Malcolm ist zurück – und es fühlt sich verdammt richtig an

Mit der Neuauflage von „Malcolm mittendrin“ liefert Disney+ ein Revival, das zeigt, wie man es richtig macht. Aktuell sind vier neue Folgen verfügbar, und auch wenn das zunächst überschaubar klingt, steckt darin erstaunlich viel Herz, Humor und Seele.
Die Serie schließt direkt an das Original an. Tonfall, Timing und Chaos fühlen sich sofort vertraut an. Fast der gesamte Original‑Cast ist zurück, darunter Frankie Muniz als Malcolm, Bryan Cranston als Hal und Jane Kaczmarek als Lois – allein dieses Wiedersehen fühlt sich wie ein Nach‑Hause‑Kommen an. Dewey und Jamie wurden zwar neu besetzt, fügen sich aber problemlos ein. Besonders schön: Auch verstorbene Figuren werden respektvoll gewürdigt, etwa durch kleine visuelle Erinnerungen im Hintergrund.
Inhaltlich dreht sich alles um den 40. Hochzeitstag von Hal und Lois. Malcolm ist mit dabei – genauso wie der Rest der Familie – und natürlich läuft dabei nichts glatt. Alles, was zwischen familiären Spannungen, eskalierenden Gesprächen und alten Mustern passiert, ist genau das, was man von Malcolm mittendrin kennt. Die Serie arbeitet weniger mit großen Knallern, sondern mit vielen kleinen, perfekt gesetzten Lachern – und verliert dabei weder Tempo noch Biss.
Ein häufiger Kritikpunkt lautet: Malcolm sei immer noch genauso nervös und hätte sich nicht weiterentwickelt.
Und ganz ehrlich? Das kann ich so nicht bestätigen.
Malcolms Entwicklung ist subtiler – aber sie ist da. Er will ein anderer Mensch sein. Und er hat sich bewusst dafür entschieden, weniger Kontakt zu seiner Familie zu haben, weil diese genau die Seiten in ihm hervorbringt, die er eigentlich hinter sich lassen wollte.
Ich glaube, das ist eine Erfahrung, die viele von uns kennen:
Mit Familie rutscht man manchmal wieder in Rollen, die man längst abgelegt glaubte. Genau das macht Malcolms Situation so nachvollziehbar – und für mich auch so gut erzählt.
Besonders spannend sind die neuen Konstellationen: Malcolms jüngerer Bruder, seine Schwester und Malcolms eigene Tochter bilden ein Trio, das hervorragend funktioniert. Genau hier liegt enormes Potenzial für zukünftige Folgen, denn diese Dynamik schreit förmlich nach mehr Raum zur Entfaltung. Auch die Familie im Hintergrund sorgt immer wieder für großartige, typisch unangenehm-ehrliche Momente.
Fazit
Diese vier Folgen fühlen sich nicht wie ein Abschluss an, sondern wie ein sehr gelungener Anfang. Das Revival respektiert die Vergangenheit, ohne stehenzubleiben, und schafft es, altbekannten Humor mit neuen Perspektiven zu verbinden.
Wer die Originalserie mochte, sollte hier unbedingt reinschauen.
Und mit etwas Glück – und genügend Erfolg – bekommen wir vielleicht noch weitere Folgen.
Verdient hätte diese Serie es auf jeden Fall.

