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Serien

„Punisher: One Last Kill“ – Starker Auftakt, aber was folgt jetzt?

Ich habe mir die neue Disney+-Serie „Punisher: One Last Kill“ angeschaut – und ganz ehrlich: Nach der ersten Folge bin ich etwas zwiegespalten zurückgeblieben.

Worum geht’s überhaupt?

Die Serie knüpft an die bekannte Geschichte rund um Frank Castle an.
Der Punisher hat bereits alle Menschen zur Strecke gebracht, die am Tod seiner Frau und seiner Tochter beteiligt waren – so dachte er zumindest.

Denn es gibt eine Person, die er verschont hat:
Die Frau eines Mafiabosses, dessen gesamtes Umfeld Castle ausgelöscht hat. Sie war ebenfalls verwickelt – und genau dieser Fehler wird ihm jetzt zum Verhängnis.

Denn sie will nur eines: Rache.


Charaktere im Überblick

Ein großer Pluspunkt der Folge sind definitiv die Figuren – auch wenn sie leider zu wenig Zeit bekommen, sich wirklich zu entfalten.

🟢 Die Protagonisten (Die „Guten“)

Frank Castle (The Punisher)Jon Bernthal
Der Antiheld im Zentrum der Serie. Frank geht weiterhin seinen brutalen Weg und jagt Verbrecher ohne Gnade.
Jon Bernthal liefert dabei erneut ab – intensiv, glaubwürdig und genau so, wie man sich den Punisher vorstellt.

Karen PageDeborah Ann Woll
Die Journalistin ist eine der wenigen Personen, die noch zu Frank durchdringt. Sie fungiert als moralischer Gegenpol und versucht, ihn auf Kurs zu halten.
Gerade dieser Konflikt macht ihre Rolle besonders spannend.

Curtis HoyleJason R. Moore
Franks alter Kriegskamerad und enger Vertrauter. Curtis ist so etwas wie der Ruhepol – jemand, der Frank versteht, ohne ihn zu verurteilen.


🔴 Die Antagonisten

Ma Gnucci (Isabella Gnucci)Judith Light
Die skrupellose Anführerin der Gnucci-Mafiafamilie und zentrale Gegenspielerin.
Rachsüchtig, brutal und absolut gefährlich – eine Figur mit riesigem Potenzial, die in dieser Folge allerdings nur angerissen wird.


Härtegrad und Umsetzung

Die Serie hält sich mit Gewalt definitiv nicht zurück.
Wir bewegen uns hier klar im Bereich FSK 18 – mit vielen brutalen Szenen, reichlich Action und teilweise ziemlich splatterlastiger Inszenierung.

Gerade für Disney+ ist das ungewohnt – aber gleichzeitig auch genau das, was den Punisher ausmacht.


Das große Problem: Zu wenig Inhalt

Und genau hier liegt der Knackpunkt:

Die Folge läuft etwa 40 Minuten – und fühlt sich trotzdem zu kurz an.
Man erwartet mehr Story, mehr Aufbau, mehr Entwicklung.

Stattdessen wirkt alles wie eine Übergangsepisode.
Als würde man den Startschuss geben – aber eigentlich noch gar nicht richtig anfangen.

Am Ende gibt es zwar noch einmal ordentlich Action:
Ein massiver Angriff auf Castles Wohnung, bei dem gefühlt 60 bis 70 Gegner ausgeschaltet werden.

Und dann?

Die Drahtzieherin fährt einfach davon.

Cut. Ende.

Keine Auflösung, kein richtiger Abschluss – einfach vorbei.


Vergleich zur alten Serie

Im Vergleich zur ursprünglichen Punisher-Serie fällt ein klarer Unterschied auf:

Damals war vieles zu langgezogen.
Zu viel Leerlauf, zu wenig Fortschritt – trotz starker schauspielerischer Leistungen.

Hier ist das Gegenteil der Fall:
Alles ist kompakt und auf den Punkt gebracht.

Aber:
Jetzt fehlt genau das andere Extrem – nämlich Tiefe und Entwicklung.


Fazit: Gut – aber unvollständig

Unterm Strich bleibt ein gemischter Eindruck:

Starker Hauptdarsteller
Harter, kompromissloser Actionstil
Gute, intensive Grundstimmung

Aber eben auch:

Zu wenig Storyentwicklung
Charaktere mit Potenzial bleiben oberflächlich
Ende ohne echte Auflösung


Lohnt es sich?

Für Fans des Punishers: Ja, definitiv.
Aber mit einer klaren Warnung:

👉 Die Folge endet gefühlt mitten in der Geschichte
👉 Wer eine abgeschlossene Handlung erwartet, wird enttäuscht sein


Mein Eindruck

Eine Episode, die vieles richtig macht – Atmosphäre, Schauspiel, Härtegrad.
Aber gleichzeitig wie ein unfertiges Kapitel wirkt.

Man will mehr sehen.
Man erwartet mehr.

Und genau das ist aktuell das größte Problem.

Zurück bleiben am Ende vor allem eins: Fragezeichen.

Bewertung: 3.5 von 5.

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