Mortal Kombat (2021) – Mehr Lore, mehr Blut, mehr Anspruch
Mehr Lore, mehr Blut, mehr Anspruch
Was erwartet man eigentlich von einem Mortal‑Kombat‑Film?
Über Jahrzehnte war die Antwort simpel: reinen Trash. Die alten Filme waren objektiv gesehen nicht gut – aber genau deshalb Kult und legendär. Mortal Kombat stand nie für tiefgründige Stories, sondern für kompromisslose Brutalität, ikonische Figuren und jede Menge Blut. Nicht umsonst war Mortal Kombat das Spiel, bei dem angeblich das Blut pro Pixel gemessen wurde.
Story gab es in den Spielen damals nur rudimentär. Und genau hier setzt der Film von 2021 an: Er versucht erstmals ernsthaft, aus diesen wenigen Story-Schnipseln eine zusammenhängende Geschichte zu bauen – ohne den Kern der Reihe zu verlieren.
Ein starkes Intro und der erste echte Antagonist
Der Film startet überraschend stark mit einem richtigen Intro, das sofort klar macht, worum es geht. Mit Hanzo Hasashi, gespielt von Hiroyuki Sanada (den man einfach lieben muss), bekommen wir eine Figur mit Gewicht, Tragik und Präsenz. Sein Einstieg bereitet nicht nur emotional auf den Film vor, sondern legt auch direkt die Grundlage für das, was Mortal Kombat eigentlich ausmacht.
Gleichzeitig begegnen wir auch früh dem Antagonisten Sub‑Zero, noch in seiner „normalen“ Form – was extrem gut funktioniert. Besonders cool: Der Film zeigt erstmals wirklich, wie das Zeichen („Siegel“) von Mortal Kombat weitergegeben werden kann. Damit wird endlich ein Stück Lore erklärt, statt es einfach als gegeben hinzunehmen.
Lore statt nur Gemetzel
Was der Film richtig gut macht:
Er bringt uns bei, wo wir uns überhaupt befinden.
Wir stehen kurz vor dem zehnten Mortal‑Kombat‑Turnier. Die Outworld hat bereits neun Turniere gewonnen. Sollte sie auch das zehnte gewinnen, darf sie die Erde übernehmen. Offiziell dürfen die Kämpfer sich nicht vor dem Turnier töten – aber die Götter greifen nicht ein, wenn genau das passiert. Also versucht die Outworld, die Kämpfer der Erde vorab auszuschalten.
Das allein gibt dem Film endlich Stakes.
Es geht um etwas – und nicht nur um dumme Prügeleien.
Aufbau der Protagonisten
Im weiteren Verlauf werden die Protagonisten systematisch aufgebaut. Wir lernen viele bekannte Figuren aus den Spielen kennen:
- Sonya Blade
- Kano
- Liu Kang
- Kung Lao
- Jax
- und weitere
Besonders interessant: Jeder dieser Kämpfer muss seine spezielle Fähigkeit („Arcana“) erst freischalten. Niemand ist von Anfang an übermächtig. Das Training und der Weg zur eigenen Stärke sind Teil der Geschichte – etwas, das in den alten Filmen fast komplett fehlte.
Positiv hervorzuheben ist auch, dass die Trainingsorte und die Struktur abwechslungsreicher sind als früher. Nicht einfach nur „Tempel auf der Erde“ – sondern unterschiedliche Szenarien, die dem Film mehr Dynamik geben.
Mortal Kombat bleibt Mortal Kombat
Natürlich kommt es auch zu echten Kämpfen.
Und ja: Es sterben auch Figuren. Nicht jeder Protagonist schafft es bis zum Ende – was dem Film gut tut. Mortal Kombat ohne Konsequenzen wäre eben kein Mortal Kombat.
Die Action ist größtenteils wirklich ordentlich inszeniert, brutal, direkt und oft erfreulich nah an den Spielen. Es gibt Ausnahmen (der vierarmige Typ – ihr wisst, wen ich meine – ist etwas… na ja), aber insgesamt passt der Ton.
Fazit: Kein Meisterwerk, aber verdammt solide
Mortal Kombat (2021) ist kein perfekter Film.
Er hat Schwächen, teils holprige Figurenzeichnungen und nicht jede Idee zündet.
Aber:
- Wer Mortal Kombat mag
- wer sich ein bisschen mehr Lore wünscht
- wer brachiale Action nicht scheut
- und wer weiß, worauf er sich einlässt
… bekommt hier genau das.
Unterm Strich ist es der beste Mortal‑Kombat‑Film, den wir bisher haben.
Ideal für einen Popcornabend mit ordentlich Brutalität – und mit deutlich mehr Respekt vor der Vorlage als je zuvor.

