Brand New Day liefert endlich den Spider-Man, den wir verdient haben
Manchmal kommt ein Film um die Ecke und trifft einfach genau den Kern dessen, was man sich seit Jahren von einer Figur wünscht. Spider-Man: Brand New Day ist für mich genau so ein Film. Mehr noch: Für mich ist es der beste Spider-Man-Film dieser Reihe.
Warum? Weil er endlich versteht, was Spider-Man eigentlich ausmacht.
Peter Parker steht hier an einem absoluten Tiefpunkt. Nach den Ereignissen der vorherigen Filme hat er nicht nur einen schmerzhaften persönlichen Verlust erlitten, sondern praktisch sein gesamtes Leben verloren. Peter Parker existiert nicht mehr so, wie wir ihn kennen. Niemand erinnert sich an ihn, niemand kennt seine Geschichte und niemand weiß, wer er wirklich ist.
Genau dieser Ansatz macht den Film so stark. Statt Peter direkt wieder aufzubauen und so zu tun, als wäre alles wie früher, zieht Brand New Day diesen Schmerz konsequent bis zum Ende durch. Die Trauer, die Einsamkeit und die Folgen seiner Entscheidungen sind dauerhaft präsent. Und genau das ist für mich Spider-Man.
Fantastische Darsteller und unglaubliche Chemie
Natürlich trägt auch der Cast einen großen Teil dazu bei, dass der Film so gut funktioniert.
Ich liebe Zendaya und sie liefert auch hier wieder eine großartige Leistung ab. Aber die größte Überraschung für mich ist ganz klar Jon Bernthal als Frank Castle aka Punisher.
Ganz ehrlich: Sollte mich irgendwann jemand fragen, welchen Marvel-Film ich unbedingt sehen möchte, dann lautet meine Antwort sofort:
Punisher & Spider-Man.
Die Chemie zwischen beiden Figuren ist schlichtweg perfekt. Jede gemeinsame Szene funktioniert. Die Dynamik, die Dialoge und die völlig unterschiedlichen Ansichten der beiden sorgen für einige der stärksten Momente des Films. Ich würde mir sofort einen kompletten Buddy-Cop-Film mit diesen beiden ansehen.
Ebenfalls hervorheben möchte ich Sadie Sink, die hier eine fantastische Performance abliefert. Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen, weil man an dieser Stelle sonst sofort in Spoiler-Gebiete abrutscht. Und das möchte ich euch wirklich nicht verderben.
Einer der besten Marvel-Filme der letzten Jahre
Für mich gehört Spider-Man: Brand New Day zu den besten Marvel-Filmen der vergangenen Jahre.
Der Film schafft etwas, das dem MCU zuletzt häufig gefehlt hat: Er gibt seinen Figuren Raum. Raum zum Atmen. Raum für Emotionen. Raum für Entwicklung.
Liebe, Verlust, Hoffnung und Trauer werden hier auf eine Weise miteinander verbunden, die sich ehrlich anfühlt. Nichts wirkt gehetzt oder künstlich aufgeblasen. Stattdessen bekommen die Charaktere die Zeit, die sie brauchen.
Auch ein Überraschungsauftritt, der bis kurz vor Kinostart geheim gehalten wurde, sorgt für einige echte Gänsehautmomente. Wer bereits irgendwo gelesen hat, um wen es geht: Vergesst es einfach wieder.
Lasst euch überraschen.
Endlich wieder eine echte Spider-Man-Geschichte
Was mir besonders gefallen hat: Der Film bleibt erstaunlich bodenständig.
Es geht nicht darum, das gesamte Universum zu retten. Es gibt keine endlosen Multiversums-Sprünge und keine überladenen Cameo-Paraden.
Die Geschichte spielt dort, wo Spider-Man hingehört: in New York.
Das macht den Film unglaublich angenehm. Die Konflikte fühlen sich persönlicher an, die Einsätze greifbarer und die Geschichte deutlich emotionaler.
Ja, Bruce Banner beziehungsweise Hulk ist ebenfalls dabei. Mark Ruffalo tritt allerdings hauptsächlich in seiner Hulk-Form auf. Und ich muss sagen: Die Szenen funktionieren überraschend gut. Außerdem sehen wir hier vermutlich den imposantesten Hulk, den Marvel bislang auf die Leinwand gebracht hat.
Eine Liebeserklärung an die PlayStation-Spiele
Wer sich an die PlayStation-Spiele, insbesondere Spider-Man Remastered, erinnert, wird hier sofort einige Parallelen erkennen. Vor allem die von der Stadt engagierte Sicherheitsfirma Sable International mit ihren Hightech-Waffen, Kontrollpunkten und Elektroschockwaffen wirkt wie eine direkte Anlehnung an die Spiele. Auch die Einsätze in New York erinnern stark an die Atmosphäre, die Insomniac damals geschaffen hat.
Daneben spielt aber auch Die Hand eine wichtige Rolle. Die aus den Geschichten rund um Daredevil und Iron Fist bekannte Ninja-Organisation sorgt für einige der besten Actionsequenzen des Films. Gerade die Kämpfe gegen die Hand sind fantastisch choreografiert. Hier setzt der Film auf deutlich mehr praktische Effekte und echte Stunts, was den Auseinandersetzungen ein besonderes Gewicht verleiht. Statt riesiger Explosionen bekommt man intensive, bodenständige Kämpfe zu sehen, die mich mehrfach mit Gänsehaut im Kinosessel sitzen lassen haben.
Und genau dort liefert der Film einige seiner besten Momente ab.
Fazit
Spider-Man: Brand New Day ist alles, was ich mir von einem Spider-Man-Film wünsche.
Emotional. Persönlich. Bodenständig. Großartig gespielt und mit einigen der besten Action-Sequenzen, die Marvel seit langer Zeit auf die Leinwand gebracht hat.
Der Film versteht die Figur Spider-Man und zeigt eindrucksvoll, warum Peter Parker auch nach all den Jahren einer der besten Superhelden überhaupt ist.
Oder anders gesagt:
Wenn ich mehr vergeben könnte, würde ich es tun.
Pflichtprogramm für alle Spider-Man-Fans. Wer diese Figur liebt, bekommt hier möglicherweise das Beste, was Marvel in den letzten Jahren produziert hat.

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