Elio – Zwischen Sternenstaub und verpassten Chancen

Wenn Pixar einen Animationsfilm ankündigt, erwartet man Großes. Seit Die Unglaublichen wurde ein erzählerischer Maßstab gesetzt, der über viele Filme hinweg gehalten wurde. Elemental hingegen bleibt unterschätzt – und Elio ist ein Film, der mich emotional mitreißt.
Er schwankt zwischen berührender Figurenzeichnung und einer leider etwas platten Story. Es gibt viele starke Momente, doch Elio traut sich nicht, den entscheidenden Schritt zu gehen, der ihn unvergesslich machen würde.
Ein zentrales Motiv: der Klon von Elio, der mit seiner Tante ein scheinbar perfektes Leben führt – das Leben, das Elio sich insgeheim wünscht und auch haben könnte. Doch statt dieses Thema auszuerzählen, löst sich der Klon am Ende in Schleim auf – dramaturgisch eher eine Notlösung als ein erzählerischer Coup. Auch die Einsicht, dass das Leben nach dem Tod der Eltern weitergehen muss – für Elio und für seine Tante, die alles für ihn tut – bleibt aus. Stattdessen wird daraus eine Mitleidsgeschichte, weil Elio sie nicht alleine lassen kann. Eine verpasste Chance, echte Tiefe zu zeigen – und das, obwohl Pixar dazu mehr als fähig ist.
Die Sidekicks? Leider unterentwickelt. Ihre Beziehungen hätten dem Film mehr Dynamik und Herz verleihen können.
Das Highlight ist die zweite Storyline: die Freundschaft zwischen Elio und Glordon sowie die Beziehung zu Glordons Vater, Lord Grogon. Schon früh deutet sich an, dass unter der harten Schale des Vaters ein weicher Kern steckt – einer, der nur darauf wartet, dass sein Sohn sich outet. Die Zweideutigkeit dieser Story ist stark und verdient Applaus.
Fazit:
Für Kinder ist Elio ein perfekter Film – mit guten Gags, einer schönen Freundschaftsgeschichte und einer Botschaft, wie man Probleme lösen kann. Für Erwachsene bleibt leider zu wenig übrig. Aber wenn die Kinder mit einem Lächeln aus dem Kino kommen, hat der Film zumindest das geschafft

