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Filme

Harry Potter und der Gefangene von Askaban: Der Moment, in dem die Reihe erwachsen wird

Im Rahmen meines Harry-Potter-Binge-Wochenendes im Kino, bei dem ich alle acht Filme am Stück gesehen habe, bin ich nun beim dritten Teil angekommen: Harry Potter und der Gefangene von Askaban. Und ich muss sagen, diese Filme direkt hintereinander zu sehen, macht deutlich mehr Spaß, als über Jahre hinweg immer wieder große Pausen dazwischen zu haben. Man kann die Charaktere viel besser vergleichen, ihre Entwicklung beobachten und bekommt insgesamt ein stärkeres Gefühl für diese Welt.

Für mich gehört Der Gefangene von Askaban ganz klar zu den besseren Filmen der Reihe. Ähnlich wie der erste Teil folgt er wieder stärker dem Schuljahresrhythmus. Wir erleben die verschiedenen Jahreszeiten in Hogwarts, von Halloween bis Weihnachten, was der Geschichte eine angenehme Struktur gibt und dieses besondere Hogwarts-Gefühl wieder stärker hervorbringt.

Natürlich bekommen wir erneut großartige schauspielerische Leistungen zu sehen, aber vor allem bringt J. K. Rowling hier einen cleveren Kniff ins Spiel: den Zeitumkehrer. Mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht verraten, um niemandem etwas vorwegzunehmen. Allerdings verleiht dieses Element der gesamten Handlung eine völlig neue Dynamik.

Während die ersten Geschichten noch sehr stark klassische Kinderbuchabenteuer waren, bewegt sich die Reihe nun langsam in Richtung Jugendbuch. Die Stimmung wird spürbar düsterer, ohne dabei den Charme und den Humor der Reihe zu verlieren. Gerade das hat mir beim Kinobesuch wieder besonders gefallen. Das Publikum hat an vielen Stellen gelacht, weil der Humor natürlich und nicht künstlich wirkt.

Besonders spannend finde ich die Art, wie hier mit Zeit und Erzählstruktur gespielt wird. Die Handlung verläuft nicht mehr ausschließlich geradlinig, sondern eröffnet neue Perspektiven auf bereits gesehene Ereignisse. Dadurch wird man als Zuschauer stärker gefordert. Man muss aufmerksam bleiben, Details beobachten und Zusammenhänge erkennen. Genau das macht den Film so reizvoll.

Außerdem verstecken sich hier bereits einige Hinweise und Elemente, die für die späteren Filme noch eine wichtige Rolle spielen werden. Gerade wenn man die Reihe am Stück schaut, fallen solche Dinge deutlich mehr auf als bei einzelnen Sichtungen mit langen Abständen dazwischen.

Ich liebe diesen Film. Aktuell gibt es für mich nur wenige Harry-Potter-Filme, die ich noch höher einstufen würde. Tatsächlich gibt es eigentlich nur einen Teil, den ich klar davor sehe. Der Rest bewegt sich auf einem unglaublich hohen Niveau und Der Gefangene von Askaban kratzt dabei ganz weit oben an der Spitze.

Wer Hogwarts, die Zaubererwelt und ihre Figuren liebt, kommt an diesem Film ohnehin nicht vorbei. Er ist spannend, humorvoll, leicht düster, voller Abenteuer und zeigt eindrucksvoll, wie sich die Reihe weiterentwickelt, ohne ihre Identität zu verlieren.

Bewertung: 4.5 von 5.

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