For All Mankind Staffel 2: Mehr Mond, weniger Drama bitte!

Die zweite Staffel von For All Mankind macht genau da weiter, wo die Serie für mich am stärksten ist: auf dem Mond. Die Spannungen zwischen den USA und der Sowjetunion nehmen immer weiter zu und entwickeln sich langsam, aber sicher zu einem echten Pulverfass. Gerade diese Entwicklung fand ich richtig spannend. Der Wettlauf ins All wird endgültig zum Stellvertreterkrieg und die Szenen auf dem Mond haben für mich eine Intensität, die die Serie sonst nur selten erreicht.
Und genau da liegt für mich auch das größte Problem.
Jedes Mal, wenn es wieder zurück auf die Erde geht, verliere ich ehrlich gesagt viel von meinem Interesse. Die zahlreichen Beziehungsdramen, privaten Konflikte und Nebengeschichten konnten mich auch in Staffel 2 nur bedingt packen. Für meinen Geschmack zieht sich das alles deutlich zu sehr in die Länge. Viele Handlungsstränge hätten locker deutlich kompakter erzählt werden können.
Die Ausnahme sind allerdings Gordo und Tracy Stevens.
Was die beiden Figuren in dieser Staffel durchmachen, gehört für mich ganz klar zu den stärksten Momenten der gesamten Serie. Ihre gemeinsame Geschichte, die vergangene Beziehung und die Entwicklung bis zum Finale haben mich tatsächlich abgeholt. Gerade gegen Ende treffen beide Entscheidungen, die unglaublich menschlich wirken und emotional richtig gut funktionieren. Das sind Momente, die lange nachwirken und zeigen, wie stark For All Mankind sein kann, wenn die Serie ihr Drama mit den Ereignissen im All verbindet.
Auch Ed Baldwin bleibt natürlich eine der interessantesten Figuren. Joel Kinnaman trägt viele Szenen praktisch im Alleingang. Und sobald es um Missionen, politische Spannungen oder technische Herausforderungen geht, bin ich sofort wieder voll dabei.
Trotzdem bleibt bei mir derselbe Eindruck wie schon nach der ersten Staffel: Die Serie ist immer dann großartig, wenn sie sich auf Raumfahrt, Technik, Mondmissionen und den alternativen Verlauf der Geschichte konzentriert. Davon würde ich mir sogar noch viel mehr wünschen. Die persönlichen Geschichten dazwischen bremsen das Tempo für meinen Geschmack einfach zu oft aus.
Vielleicht übersehe ich auch etwas. Schließlich wird For All Mankind von unglaublich vielen Zuschauern gefeiert und gilt für viele als eine der besten Science-Fiction-Serien der letzten Jahre. Ich kann das bislang nur teilweise nachvollziehen. Die Weltraum- und Mondszenen faszinieren mich nach wie vor enorm. Dort entfaltet die Serie eine Atmosphäre, die ich wirklich liebe. Alles andere schafft es bei mir bisher nur selten, dieselbe Begeisterung auszulösen.
Ich bin trotzdem gespannt, wie es weitergeht und ob die kommenden Staffeln mich noch stärker überzeugen können. Das Potenzial dafür ist definitiv vorhanden. Mehr Mond, mehr Raumfahrt und mehr von diesem faszinierenden alternativen Wettlauf ins All wären jedenfalls genau mein Ding.
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