Mid-Century Modern – Drei Freunde, eine Midlife-Crisis und ein Hauch von Dramedy

Der Titel ist Programm: Drei homosexuelle Freunde, mitten im Leben, erzählen ihre Geschichten – mal komisch, mal melancholisch. Die Serie erinnert an Formate wie Ein seltsames Paar oder Two Broke Girls, verzichtet aber bewusst auf romantische Verwicklungen untereinander. Stattdessen steht die Freundschaft im Vordergrund – und die kleinen und großen Krisen, die das Leben ab Mitte 40 so mit sich bringt.
Die Comedy ist seicht, aber pointiert. Kein Gag-Feuerwerk, sondern charmante Alltagsbeobachtungen mit einem Augenzwinkern. Besonders im englischen Original entfaltet die Serie ihren Witz deutlich besser als in der deutschen Synchronfassung – hier geht leider einiges an Nuancen verloren.
Trotz des leichten Tons gibt es auch trübe Momente, die zeigen, wie Weiterentwicklung in der Midlife-Crisis aussehen kann. Eine der stärksten Episoden ist der Tod von Bunnys Mutter – ein stiller, berührender Moment, der der Serie Tiefe verleiht. Auch Bunnys Schwester bekommt in der zweiten Hälfte mehr Spielzeit, was der Dynamik gut tut und neue Facetten eröffnet.
Fazit: Mid-Century Modern ist keine bahnbrechende Serie, aber eine charmante Dramedy mit viel Schmunzelpotenzial, gelegentlichen Lachern und einem Hauch von Melancholie. Wer sich auf die leisen Töne einlässt, wird mit warmherzigen Figuren und einem liebevollen Blick auf das Leben belohnt.

