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Der Herr der Ringe: Die Schlacht der Rohirrim – Ein spannendes Kapitel, das kein großer Film wird

Manchmal gibt es Filme, bei denen man schon vor dem Anschauen ahnt, warum die Kritiken eher durchwachsen ausgefallen sind. Genau so ging es mir mit Der Herr der Ringe: Die Schlacht der Rohirrim. Als der Film 2025 in die Kinos kam, habe ich ihn bewusst ausgelassen. Die ersten Reaktionen waren eher verhalten und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass mir da nichts Großes entgeht. Jetzt habe ich die Lücke im Streaming geschlossen und muss sagen: Die Kritiker lagen größtenteils richtig.

Dabei ist die Grundlage eigentlich ziemlich spannend. Die Geschichte spielt rund 183 Jahre vor Frodos Reise nach Mordor und erzählt die Legende von König Helm Hammerhand. Jeder Herr-der-Ringe-Fan kennt seinen Namen, schließlich trägt die berühmteste Festung Rohans später seinen Namen: Helms Klamm. Der Film liefert also die Hintergrundgeschichte zu einem Ort, den wir aus Peter Jacksons Trilogie bereits bestens kennen.

Und genau darin liegt gleichzeitig seine größte Stärke und sein größtes Problem.

Die Geschichte hinter Helms Klamm

Ausgelöst wird der Konflikt durch eine politische und persönliche Katastrophe. König Helm Hammerhand weigert sich, seine Tochter Hèra mit Wulf zu verheiraten, dem Sohn des mächtigen Lords Freca. Als Freca den König daraufhin öffentlich provoziert und bedroht, beendet Helm die Diskussion auf seine ganz eigene Weise: mit einem einzigen Faustschlag.

Der Tod Frecas löst einen Krieg aus. Wulf schwört Rache, vereint die Dunländer unter seinem Banner und überrollt große Teile Rohans. Nachdem Edoras fällt, bleibt Helm und seinem Volk nur noch der Rückzug in die Hornburg, die später als Helms Klamm legendär werden soll.

Was folgt, ist ein erbarmungsloser Belagerungswinter voller Hunger, Kälte und Verzweiflung. Während Helm immer mehr von seinem Zorn verschlungen wird und nachts allein Jagd auf seine Feinde macht, muss seine Tochter Hèra die Verantwortung für das Überleben ihres Volkes übernehmen.

Helm Hammerhand stiehlt allen die Show

Wenn der Film wirklich funktioniert, dann wegen Helm Hammerhand.

Der legendäre König wird als beeindruckende Naturgewalt dargestellt. Er ist stolz, unnachgiebig und genauso gefährlich für seine Feinde wie für sich selbst. Seine Geschichte ist tragisch, sein Zorn nachvollziehbar und seine Präsenz zieht nahezu jede Szene an sich. Wann immer Helm im Mittelpunkt steht, gewinnt der Film deutlich an Energie.

Das Problem ist nur, dass kaum jemand sonst dieses Niveau erreicht.

Zu wenig Nähe zu den Figuren

Obwohl der Film zahlreiche wichtige Charaktere einführt, fehlt es überraschend oft an emotionaler Bindung. Hèra übernimmt die Rolle der eigentlichen Hauptfigur und ist durchaus sympathisch geschrieben. Sie widersetzt sich politischen Zwängen, kämpft für ihr Volk und beweist immer wieder Mut.

Trotzdem blieb für mich vieles erstaunlich kühl.

Die Beziehungen zwischen den Figuren werden zwar erzählt, aber selten wirklich spürbar gemacht. Gerade die familiären Verbindungen innerhalb der königlichen Familie hätten deutlich stärker ausgearbeitet werden können. Viele dramatische Ereignisse passieren zwar, entfalten emotional aber nicht die Wirkung, die sie eigentlich haben müssten.

Man versteht, warum etwas tragisch ist. Man fühlt es nur selten.

Wulf ist mehr als nur ein Bösewicht

Positiv überrascht hat mich dagegen Wulf. Er ist kein klassischer eindimensionaler Schurke. Seine Motivation ergibt sich direkt aus den Ereignissen zu Beginn des Films. Der Verlust seines Vaters, die jahrzehntelangen Konflikte zwischen Rohirrim und Dunländern und sein persönlicher Bezug zu Hèra machen ihn zu einem nachvollziehbaren Gegner.

Auch die Dunländer profitieren von dieser Darstellung. Statt bloß gesichtslose Angreifer zu sein, werden ihre historischen Konflikte mit Rohan zumindest ansatzweise beleuchtet. Dadurch erhält der Krieg etwas mehr Tiefe, als man zunächst erwarten würde.

Gefangen zwischen Vergangenheit und Vorsicht

Optisch und atmosphärisch merkt man jederzeit, wie eng sich der Film an Peter Jacksons Mittelerde anlehnt. Die Architektur, die Kleidung, die Waffen und selbst viele Kameraeinstellungen erinnern unmittelbar an die bekannte Filmtrilogie.

Das sorgt zwar für Vertrautheit, zeigt aber auch ein Problem: Der Film wagt kaum etwas Eigenes.

Musikalisch orientiert man sich ebenfalls stark an den bekannten Herr-der-Ringe-Klängen. Das funktioniert grundsätzlich gut, doch mir fehlte der Mut, etwas Neues auszuprobieren. Entweder hätte man die ikonische Musik noch stärker einbinden oder bewusst einen moderneren Weg gehen können. Stattdessen bleibt die gesamte Produktion meistens im sicheren Mittelfeld.

Zu wenig Geschichte für über zwei Stunden

Am Ende hatte ich vor allem einen Gedanken: Das eigentliche Problem des Films ist nicht seine Qualität, sondern seine Größe.

Die Geschichte von Helm Hammerhand ist ein interessantes Kapitel der Geschichte Rohans. Sie erklärt einen berühmten Namen und schließt eine kleine Wissenslücke innerhalb des Tolkien-Universums. Mehr aber leider auch nicht.

Für eine Serie oder einen 90-minütigen Animationsfilm hätte das Material vermutlich vollkommen gereicht. Für einen über zwei Stunden langen Kinofilm wirkt die Handlung dagegen oft gestreckt. Immer wieder hat man das Gefühl, dass die Geschichte ihren Höhepunkt bereits erreicht hat und dennoch noch lange weiterläuft.

Fazit

Der Herr der Ringe: Die Schlacht der Rohirrim ist kein schlechter Film. Er erweitert die Geschichte Mittelerdes um ein interessantes Kapitel und liefert mit Helm Hammerhand einen wirklich starken Charakter. Gleichzeitig fehlt es den Figurenbeziehungen an Tiefe, der Handlung an Gewicht und dem gesamten Projekt ein wenig der Mut, eigene Wege zu gehen.

Für Fans von Tolkien und der Welt von Rohan ist der Film durchaus sehenswert, allein schon wegen der Hintergrundgeschichte um Helms Klamm. Wer jedoch auf ein emotionales Abenteuer auf dem Niveau der großen Herr-der-Ringe-Trilogie hofft, dürfte am Ende eher das Gefühl haben, einer verpassten Gelegenheit zugesehen zu haben.

Bewertung: 3 von 5.

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