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Filme

French Lover – Wenn Charme allein nicht reicht

Omar Sy gehört zu den wenigen französischen Schauspielern, die mich zuverlässig ins Kino oder zumindest vor den Bildschirm locken. Eine romantische Komödie mit ihm? Warum nicht. Doch leider bleibt French Lover hinter seinen Möglichkeiten zurück – trotz eines vielversprechenden Ansatzes.

Die Prämisse klingt nach klassischer Rom-Com mit modernem Twist: Ein berühmter Schauspieler ruiniert durch eine impulsive Geste das Leben einer Kellnerin. Er glaubt, sie habe ihn heimlich mit dem Handy gefilmt und wolle das Material an die Presse verkaufen. Missverständnis, Eskalation, Reue – alles da. Omar Sy spielt den arroganten Star mit Ecken und Kanten, sie ist die bodenständige Figur, die ihn erdet. Das hätte viel Raum für Witz, Romantik und emotionale Tiefe geboten. Doch der Film verpasst diese Chancen.

Stattdessen wirkt French Lover wie ein B-Movie mit holprigem Schnitt und vorhersehbaren Szenen. Der Kindergeburtstag, bei dem Sy bei seiner vermeintlichen Freundin punkten will, ist so plump inszeniert, dass man sich fremdschämt. Die Nebenfiguren – allen voran Natalie, die Omars Rolle pointiert kommentiert – sind das einzig Frische an diesem Film.

Was funktioniert: Das Drama der neuen Liebe wird solide erzählt, ohne in amerikanische Übertreibung abzurutschen. Es bleibt nachvollziehbar und angenehm zurückhaltend. Doch das reicht nicht, um die generische Inszenierung und die fehlende Chemie zwischen den Hauptfiguren auszugleichen.

Fazit: Zum Bügeln und nebenbei laufen lassen reicht’s – mehr leider nicht.

Bewertung: 2 von 5.

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