Vom Klassenzimmer ins Einkaufszentrum: Abbott Elementary Staffel 5 im Check
Für meinen aktuellen Serienblock habe ich mir „Abbott Elementary“ auf Disney+ vorgenommen, die inzwischen mit ihrer fünften Staffel komplett durch ist – und die hat es wirklich in sich. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Die Serie bleibt sich treu, setzt aber gleichzeitig auf einen großen erzählerischen Umbruch.
Der zentrale Handlungsbogen spielt sich dieses Mal rund um eine ungewöhnliche Ausgangslage ab: Aufgrund massiver baulicher Mängel am Schulgebäude – ausgelöst durch ein Gasleck – muss Abbott Elementary vollständig evakuiert werden. Die Notlösung ist ebenso absurd wie genial: Der Unterricht wird kurzerhand in ein leerstehendes Einkaufszentrum verlegt. Diese „Mall-Schule“ sorgt für eine komplett neue Dynamik. Klassenräume zwischen Rolltreppen, Schaufenstern und Food-Courts bringen nicht nur technische und organisatorische Herausforderungen mit sich, sondern auch jede Menge herrlich chaotische Situationen mit Eltern und Schulverwaltung.
Dabei lebt die Staffel wie gewohnt vor allem von ihren Figuren, die sich spürbar weiterentwickeln:
Janine Teagues ist längst keine unerfahrene Neue mehr. In der improvisierten Mall-Schule versucht sie, das vertraute Umfeld so gut wie möglich nachzubilden – natürlich mit ihrem typischen Idealismus. Auch privat geht es für sie weiter: Ihre Beziehung zu Gregory erreicht die nächste Stufe, inklusive Zusammenziehen und den üblichen Reibungen, die das mit sich bringt.
Gregory Eddie wächst sowohl privat als auch beruflich über sich hinaus. Neben eigenen Projekten wie einer Schulgarten-AG übernimmt er zunehmend Verantwortung – was schließlich auch in einem wichtigen Karriereschritt mündet. Gleichzeitig zeigt die Staffel, wie ernst es ihm mit seiner Zukunft und seiner Beziehung ist.
Ava Coleman bleibt das unberechenbare Zentrum des Chaos. Zwischen absurden Entscheidungen (wie einem Hausaufgabenverbot) und dem Umgang mit bürokratischen Hürden der Schulbehörde zeigt sie aber auch überraschend klare Führungsqualitäten – insbesondere, wenn es um wichtige Personalentscheidungen geht.
Barbara Howard bleibt der ruhende Pol im Kollegium. Gerade in der ungewöhnlichen Mall-Phase zeigt sie ihre pragmatische Seite und macht einfach das Beste aus der Situation. Gleichzeitig bekommt ihre Geschichte durch neue Begegnungen eine persönliche Note.
Melissa Schemmenti steht vor neuen Herausforderungen im Unterricht und greift dabei – ganz typisch – auf ihre speziellen Kontakte zurück. Das führt nicht nur zu Lösungen, sondern auch zu Konflikten im Kollegium.
Jacob Hill versucht weiterhin, alles richtig zu machen, organisiert Schul-Events und wächst an seinen Aufgaben, auch wenn er sich dabei manchmal selbst im Weg steht.
Mr. Johnson, der mysteriöse Hausmeister, bekommt dieses Mal noch mehr Raum. Besonders spannend ist eine Episode, die sich stärker mit seiner Vergangenheit beschäftigt, ohne ihm dabei komplett die Geheimnisse zu nehmen.
Und selbst Nebenfiguren wie Tariq sorgen erneut für ordentlich Chaos – etwa durch seine Rolle in der Elternvertretung, die Janines Alltag ordentlich durcheinanderbringt.
Auch inszenatorisch hat die Staffel einiges zu bieten: Ein echtes Highlight ist eine Folge, die während eines realen Baseballspiels im Stadion gedreht wurde und dadurch eine besondere Dynamik bekommt. Dazu kommt ein überraschendes Crossover mit „It’s Always Sunny in Philadelphia“, das Fans beider Serien auf ihre Kosten kommen lässt.
Unterm Strich bleibt „Abbott Elementary“ auch in Staffel 5 eine der charmantesten Comedy-Serien der letzten Jahre. Der große Umbruch mit der Mall-Schule bringt frischen Wind rein, ohne den Kern der Serie zu verlieren. Humor, Herz und Figurenentwicklung greifen weiterhin perfekt ineinander – und genau das macht die Serie so konstant sehenswert.

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